6. Reisetag: Auf den Spuren der Geschichte

Beim Frühstück versuchten wir zum zweiten Mal die Chirimoyafrucht, die in sechs Tagen nachreifen konnte. Die Schale sah stark braun gefleckt aus. Mit einem Löffel probierte jeder die Frucht und erkannte einen anderen Geschmack: Birne- Avocado- Litschi. Dazu briet Susan für die komplette Mannschaft Speck mit Eiern und Zwiebeln. Das reinste Sonntagsfrühstück an einem Donnerstag.

Nach dem Frühstück suchten Skipperin und Co- Skipperin nach der Ursache, warum wir Diesel verlieren (Tank zu voll) und warum der Motor auf den Wellengipfeln komische Geräusche von sich gibt (nichts gefunden, dafür aber den selbstlenzenden Wasserabscheider).

Gegen 12 Uhr marschierten Susan, Antje, Ulf und ich die Uferpromenade entlang. Schön angelegt mit Aloen, Kakteen und Palmen. Weiter Richtung Stadt flanierten wir auf der Stadtmauer weiter, auf der noch die historischen Kanonen samt neuen Wägen stehen. In einem Stadtpark meinte Ulf ein belgisches Männiken- Piss zu sehen. Nein, Ulf, der Knabe hält einen großen Fisch in den Händen, aus denen es plätschert, und nicht etwas anderes. Zwei uralte Gummibäume wuchsen in dem Park. Es hätte vermutlich 4-5 Personen gebraucht, um ihren Stamm zu um fassen.  Am Seefahrtsmuseum mussten wir von einem Passant erfahren, dass es geschlossen hat. Schade.

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So gingen wir gleich zu unserem Job als heutige Proviantmeister über. In den Markthallen waren die meisten Stände mit Fisch ausverkauft. Den Obst- und- Gemüsestand kauften wir „leer“ und Ulf schleppte die zwei vollen Taschen zurück auf die Habib. Susan, Antje und ich konnten dem Vergnügen nachgehen. Im alten Teil der Markthallen, einem gammelig- romantischen Säulengang kauften wir Paella, Tomaten- Gazpacho (kalte Suppe) und Tintenfischsalat. Wir teilten uns das Essen gerecht auf.

Dermaßen gestärkt irrten wir durch die Gassen der Altstadt zur Kathedrale. Auf dem Platz davor tanzte eine Flamenco- Tänzerin temperamentvoll auf den Steinplatten und einer runden Holzplattform. Ich gab ihr einen Euro für die tolle Vorführung. Susan lief weiter Richtung Museum, während Antje und ich vergeblich auf den Stufen der Kathedrale auf sie warteten. Kommunikation ist eben alles. Dank Handy trafen wir vier uns vor dem Stadtmuseum wieder. Am meisten beeindruckten mich die zwei Sargopharge der Phönizier und grinsende Frauenbüsten aus dunkelroten Ton.

Die Römer erfanden die Fischkonserve (Fische in Salz in Amphoren), die sich bald im gesamten Mittelmeer zum Verkaufsschlager entpuppte. Das Erz gossen sie in genormte Formen in Größe eines Suppentellers. Sehenswert die Säle mit den Funden aus Unterwasser- Archäologie, unter anderem ein Münzschatz. An Jens: Sogar ein Astrolabium war dabei.

Keine Zeit zum Verschnaufen. In der Siesta einen geöffneten Supermarkt zu finden, erwies sich als schwierig. Erst der dritte Markt hatte geöffnet. Diesmal füllten sich „nur“ zwei Einkaufswägen mit Mineralwasser und Wurst und Käse. Diesmal fuhr das Taxi die Vorräte und uns direkt bis zum Steg.

Kaum Wurst und Käse im Kühlschrank verstaut, eilten wir zu Fuß zurück in die Altstadt. Statt an der Kathedrale landeten wir trotz Stadtplan am Bahnhof und Fährhafen. Die restliche Crew hatte es sich derweilen in einem Cafe vis-a-vis der Kathedrale gemütlich gemacht.

Den Abend rundeten wir sieben Segler in einem Fischrestaurant ab. Meine Wahl fiel auf fangfrischen Atun en tomate (Thunfisch in Tomatensoße). Superlecker und die lauschige Stimmung in dieser Gasse hinter dem Rathaus, sagte mir zu. Ich hatte beim Vorbeilaufen das Nachbarrestaurant erspäht. Unser Motto, in der zweiten Reihe zu essen, zahlte sich aus. Die Cuenta belief sich auf gerade 120 Euro für sieben Personen.

Morgen legen wir Richtung La Graciosa ab. Bin ziemlich aufgeregt.

 

 

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