Antrittsbesuch im Segelclub

Heute erhielt ich nicht nur persönlich vom ersten Vorstand meinen eigenen Schlüssel für das Clubheim und viel wichtiger für die Schranke zum Parkplatz und die Toiletten, sondern bekam auch eine freundliche, knappe Einweisung zu allen Räumlichkeiten und Plätzen im Segelclub. Den Geschirrspüler brauche ich wegen einem Trinkglas nicht anzuwerfen, das übernimmt der Hausmeister, wenn nötig. Den Lagerort von Cola und Eis kenne ich ebenso- vielleicht kann ich damit meine zwei Männer an den Steinberger See locken.

Den neuen Liegeplatz der Shadow am hintersten Steg ließ ich mir vorsichtshalber zeigen. Damit ich mich nicht nächste Woche gleich unbeliebt mache, weil ich den falschen Platz belege. Meine Sorge, dass zwischen den Stegen zu wenig Raum zum Manövrieren sein könnte, ist vollkommen unbegründet. Da war rein optisch am hintersten Steg am Brombachsee weniger Platz, sobald im Sommer der Pegel um vier Meter gefallen und die Wasserfläche zum Damm entsprechend geschrumpft war.

Theoretisch kann ich mir zukünftig die Kosten für die Lagerhalle im Winter sparen. Für einen sehr kleinen Betrag dürfte die Shadow auf dem Parkplatz im Freien überwintern. Das werde ich im Kopf behalten, falls ich nächstes Jahr feierlich in den Club aufgenommen werden sollte.

Ich schaute noch dem Treiben am Kran zu und trat die kurze Heimreise an. Mit dem großen, schellen Auto ist das Zuhause in nur 35 Minuten erreichbar. Ganz andere Dimensionen als zum Brombachsee mit 85- 150 Minuten je nach Stau in der Baustelle bei Langwasser.

Auf der neuen Holzkugel am Steinberger See standen trotz Nebensaison etliche Besucher auf der obersten Plattform. Wie Figuren einer Modelleisenbahnlandschaft wirkten sie. Eine Bereicherung für die Schwandorfer Seenplatte!

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Videoclips The Adventures of Tarka

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Okay, eine Weltumsegelung ist nichts für jedermann, aber aktuell segeln Bryan und Noustha durch die Karibik: The Adventures of Tarka

The Adventures of Tarka

Die Crew

Bryan gibt seinen Job als Pilot auf, beginnt eine Zusammenarbeit mit „Coral Reef Alliance“ (www.coral.org) und plant, um die Welt zu segeln. Seine erste Saison bleibt er jedoch auf den Antillen hängen. Anfangs segelt er in Flotille mit einem jungen polnischen Paar, die später abreisen. Zu seinem Glück bleibt er nicht lange alleine und verliebt sich in die Holländerin Noushta, die alsbald an Bord einzieht. Noushta verdient nicht nur als Unterwasserfotografin ihr Geld, sondern auch ihr Hobby, das Kitesurfen, findet im nassen Element statt. Das Zusammenleben auf dem Boot Tarka spielt sich schnell ein. Segelpassagen machen Captain und Crew sichtlich Spaß. Bryan schreibt in seinem Blog, dass es eine Auszeit auf Zeit wird und er für jede Seemeile an Coral Reef Alliance spendet. Wenn das Geld zu Ende ist, will er wieder in seinen alten Pilotenjob zurückkehren. Ich wünsche ihm, dass er das problemlos schaffen wird.

Das Schiff

Bei ihrem Segelboot handelt es sich um eine Albin Vega 27 (8 Meter) mit dem Baujahr 1973. Sie segelte unter ihrem alten Namen „Tarka the otter“ bereits einmal um die Welt und die vorigen Jahre in der Karibik. Die kleinen schwedischen Boote haben einen Ruf als äußerst seegängige und zuverlässige Blauwasserschiffe. Zum Kaufpreis konnte ich im Video nichts finden, die Albin Vegas werden im Internet von 7.000 bis 10.000 Euro angeboten. Die Vorbesitzer haben ihr Boot gepflegt und die Segel sind neu. Ryan ersetzt das Rigg durch ein Patentrigg, das jederzeit Inspektionen zulässt. Der Spinnaker fällt beim ersten Segelversuch in den Atlantik, weil der Schäkel bricht, kann aber gerettet werden.

Das Boot heißt Tarka und wird in den „Sailing Tarka Extras“ vorgestellt.

Bemerkenswert finde ich das Setup mit drei Autopiloten: Auf längeren Passagen steuert zwar die Windfahne „Navik Windvane“, jedoch machen die elektrischen Pinnenpiloten Raymarine ST2000 und ST1000 einen erstaunlich guten Job, selbst bei hohen Seegang. Auf meinem Dänemarktörn ging der Raymarine ST1000 ab 1,50 Meter Seegang in den Ruhezustand.

Die Solarpaneele mit 240 Watt Leistung wurden nach amerikanischen Geschmack auf einem Bügel über dem Heck installiert. Verschandelt die Optik, scheint aber effizient zu funktionieren. Neuartige Technik, jedenfalls für mich neu, ist ein fest installiertes Funkgerät, das gleichzeitig AIS beinhaltet und Warntöne bei Annäherung anderer Schiffe, die AIS senden, gibt. Abschauen kann man Bryans Lessons Learned, Papierunterlagen und Bücher in wasserdichten Tüten zu verstauen. Immer Kondenswasser im alten Schiff und etwas undicht, das ganze Schiff.

Die Route

Warum den Pazifik bezwingen, wenn einem (Bryan) erst noch Seebeine wachsen müssen. Seine Entscheidung, ein Jahr in der Karibik zu bleiben, finde ich richtig. So geht es die Kleinen Antillen von Norden nach Süden von St. Martin über St. Barths, Grenada, Montserrat zu den Tobago Keys. Nach einem längeren Aufenthalt auf Bonaire kommt die Tarka in Curacao in die Werft, um einen neuen Unterwasserschiff- Anstrich zu erhalten.

Die aktuellste Folge endet in Kolumbien. Von dort sollen die San Blas Inseln und schließlich der Panama- Kanal angesteuert werden.

Die Videoclips

Insgesamt wurden 28 Episoden und drei Extras veröffentlicht. Die ersten Folgen dauern nur einige Minuten, die späteren rund 15 Minuten.

Die Aussprache der Segler ist für mich ganz gut verständlich. Vielleicht spricht Bryan deutlich, damit ihn Noushta als Ausländerin besser verstehen kann. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass man auf Youtube im unteren rechten Bildbereich auf eine Karteikarte klicken kann. Sofort erscheinen Untertitel auf Englisch. Bei diesen Kanal werden die Wörter allerdings automatisch ergänzt. So wird Gitarrensound mit „Applause“ übersetzt und wie konnte ich lachen als aus den „Moorings at Bonaire“ die „Moorings at Vienna“ werden.

Mir gefällt am besten, dass in allen Folgen sehr viel gesegelt und kaum motort wird. Vorbildlich: Skipper und Crew tragen Rettungswesten, kleine EPIRBs am Gürtel und Lifelines.

Genauso herausragend wie der Segelschwerpunkt: Die Unterwasseraufnahmen. Schildkröten und die Korallen, für die Bryan sich ja einsetzt, werden oft und ausführlich filmisch perfekt in Szene gesetzt.

Hier geht es zum ersten Nachttörn einhand: My first overnight sail

Mit den polnischen Freunden als Flotille erreicht er die vom Vulkanausbruch im Jahre 1995 zerstörte Insel Montserrat. Er findet den richtigen Ton für das Unglück. Der Vulkan dampft vor sich hin und wird in Drohnen- Perspektive gezeigt.

Homepage

Die ausführliche Liste der Ausrüstungsgegenstände (ohne Links zum Kauf!) der Homepage dürfte all‘ jene Segler interessieren, die ein Boot um die 30 Fuß bezahlbar für die Langfahrt ausrüsten wollen. Größtenteils wurden die Marken mit angegeben, was einen Nachkauf leicht macht.

Homepage The Adventures of Tarka

Wegen Bryans Engagement für die Coral Reef Alliance findet der Leser unter „Fundraiser“ alle Informationen zu dieser Organisation.

Im Bereich „Blog“ schreibt Bryan jede Woche, was los ist und veröffentlicht passende Fotos. Das Meiste davon bekommt man in den Videos zu sehen.

Der Hinweis auf Youtube und Patreon darf natürlich nicht auf der Homepage fehlen und stört nicht weiter.

Fazit:  Eine begrenzte Zeit lang ein Leben auf einem kleinen Segelboot führen. Das möchte ich auch mal.

Viel Spaß beim Anschauen der echten Segelfilme!

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Messebesuch auf der Beach & Boat in Leipzig

Letzte Woche nahm ich einen Tag Urlaub und besuchte die Messe für Binnenseen rund um Leipzig und die Elbe, die „Beach & Boat“.

Anreise: Angenehm und simpel

Das Messegelände Leipzig befindet sich nahe des Flughafen Leipzig an der Autobahn A14. Von der Ausfahrt Nr. 24 ist das Gelände gut ausgeschildert. Das Parkticket kostet 6 Euro, dafür ist der Shuttlebus kostenlos. Die Messehallen sind in kurzer Zeit zu Fuß zu erreichen. Zahlreiche Parkeinweiser sorgten für einen geordneten Fluss der Autoschlangen.

Größe: Wo sind die Segelboote ? Wo sind sie geblieben ?

Die kleine Ausstellung erstreckt sich über eine Halle, in 2019 die Halle 4. Sehr schön, dass alle Hallen durch überdachte Glastunnel verbunden sind. So kann man die Jacken an der Garderobe abgeben. Für Segler gab es nicht viel zu sehen. Die meisten Aussteller zeigen Motorboote aller Größen und Preisklassen bis zu 150.000 Euro. Megayachten wie auf der Boot Düsseldorf jedoch nicht. Der Tauchsport nimmt die zweitgrößte Fläche ein. Kajaks, Stand-up-Paddling- Boards und die Wasserschutzpolizei ließ ich links liegen.

Besuchte Stände: Torqeedo GmbH- Haber Yachts- Boothandel P. Groß – Banana- boot

Bei meiner Ankunft zur Mittagszeit erklärte eine Segelschule aus Mallorca auf der Showbühne die Grundbegriffe des Segelns. Ich hörte mit einem Ohr zu und genoss dabei die vegetarische Version der Pizza, die mit frischen Zucchini und Tomaten belegt und knackigen Rucola garniert war. Überraschend lecker für Messe- Fraß und preislich moderat (9 Euro).

Die Kajüt“yacht“ Lis 6.0 der Werft „Gade- Boote“ überzeugte mich optisch nicht und ein Blick von außen reichte mir.

Haber- Yachts hatte die Haber 800 in der Sloop- Takelung dabei. Der Verkäufer freute sich richtiggehend, dass jemand das Boot besichtigen möchte. Und noch mehr, als es mir gelungen war, von der zu kurzen Leiter an Deck zu kriechen. Die Haber 800 war die einzige ausgestellte Segeljacht über 6 Meter. Positiv fielen mir die vielen Haltegriffe, auch im Innenraum auf, die auf vielen Segelbooten fehlen. Der hochwertige Holzausbau aus Mahagoni und samtige weinrote Polster lassen das Schiff größer erscheinen, als es ist, und wirken elegant und gemütlich. Schwert statt Kiel wäre nichts für mich. Denn die Schwerter klemmen gerne im entscheidenden Augenblick. Das Deckshaus erinnert an einen altmodischen Fischkutter, die roten Segel an alte Zeiten. Das Großsegel hing traurig schlaff herunter, da die Gaffel an der Hallendecke anstieß.

Grund für den Messebesuch war jedoch der nächste Stand: Torqeedo- Elektromotoren GmbH. Insbesondere interessierte mich der brandneue, flüsterleise Travel 1103 mit 3 PS. Leider war das Standpersonal unmotiviert und erklärte sich widerwillig, den Travel 1103 zu starten. Nachdem ich mein Ohr an den Motor gepresst hatte, weder das Torqeedo- typische Pfeifen noch Straßenbahn- Sirren hören konnte, verließ ich in Sekundenschnelle den unfreundlichen Stand.

Zu meinem Glück befand sich direkt daneben der „Bootsservice Peter Groß“ aus Mittweida. Herr Groß erklärte zwei anderen Seglern und mir äußert freundlich alle Torqeedo- Motoren an seinem Messestand, außer logischerweise den Ultralight für Kanus. Er nahm sich viel Zeit, baute die Motorbestandteile (Pinne, Akku, Stift, Chip und Motor) auseinander und zusammen. Ließ uns Akkus und Motoren hochheben. Riet vom Laden über Solarpaneele ab. Wollte Schiffslänge, Verdrängung und Motoreinbauorte zu der Rebell und meiner Wrighton wissen. Zweimal Motor im Schacht. Herr Groß zeigte, wie der Ferngashebel funktioniert und erläuterte alle Angaben auf dem Display.  Er wies darauf hin, dass der Propeller sich beim Segeln nicht im Wasser drehen soll. Gegen dieses Problem wollte er uns den neuen Faltpropeller (799 Euro!) für den Pod- Motor am Nachbarstand schmackhaft machen und zeigte als Alternative eine elektrisch betriebene Kippfunktion, die allerdings nur bei einer Motoraufhängung am Heck funktionieren kann. Würde mir eher ein langes „Y“ aus Holz basteln, das den Propeller blockiert, und während des Segelns mit einem Gummistropp am Schaft fixiert wird. Von dem ersparten Geld kann ich eine Woche an der Ostsee segeln gehen.

Zum Schluss plauderte ich mit dem Banana- boot- Vertreter von Siebro- Tec, wie ich die Länge der Ruderriemen der „No Shadow“ richtig einstelle: Über Kreuz gleichmäßig durchziehen, lautete die Antwort. Er zeigte mir einen Trick, wie der Aufbau des Faltbootes leichter gelingt: Mit dem linken Fuß auf den einmal gefalteten Rumpf treten, dann mit dem rechten Fuß den Rumpf komplett öffnen und darauf stellen. Toll!

Fazit: Die Beach & Boat ist eine Messe für Motorboot- Fahrer und Anfänger im Wassersport. Trotzdem hat sich Reise für mich gelohnt, um den Travel 1103 flüstern zu hören und meine Fragen zu Torqeedo- Motoren zu klären.

 

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Videoclips von Sailing Soulianis

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Ursprünglich wollte ich Euch heute die bestens gelaunten Segler von „Shaggy Seas“ vorstellen. Offenbar waren die ewig glücklichen Zeiten vorgespielt, denn nach der ersten Saison haben die zwei ihre Catalina namens Minnow verkauft und reisen seitdem im Auto und zelten.

Zwei andere Sunnyboys sind aktuell in amerikanischen Binnengewässern unterwegs: Sailing Soulianis Channel

Sailing Soulianis

Die Crew

Die zwei Surfer und Katamaransegler Lauren und Kirk lebten nach ihren Studium im sonnigen Süden (Kalifornien), stammen jedoch aus dem nördlichen Michigan. Zehn Jahre lang sparten sie für ihren Traum, auf einem Segelboot zu leben und die Welt zu erkunden. Kirk deutet an, inzwischen erfolgreich Immobilien gekauft und vermietet zu haben. Kaufmännische Kenntnisse erhascht man in Folge 22, als die beiden ihr Kalkulationstool für den Bootskauf vorführen. Lauren arbeitete als Fotografin. Das zirka 30 Jahre junge Paar ist äußerst sportlich, ob Wellensurfen, Mountainbiken, Longboard (Skateboard) fahren oder die schwierigsten Yoga- Übungen auszuführen. Lauren erinnert an eine lebende Ausgabe von Lara Croft mit dem Lachen von Kermit, dem Frosch. Ihre sportliche Figur wird ihr sicherlich manch‘ einen Follower einbringen. Lauren und Kirk scheinen frisch verliebt, haben sichtlich Spaß bei allen Unternehmungen und ihren Humor behalten sie in schwierigen Situationen.

Das Schiff

Bei ihrem Segelboot handelt es sich um eine Tartan 37. Mit 44.000 USD Kaufpreis dürfte sie eines der teursten Booten meiner Segelfilm- Winterpause- Blogbeiträge sein. Der Name liegt beim Titel des Videokanals nahe: Soulianis. Die Vorbesitzer haben ihr Boot geliebt und die Holzteile strahlen im schönsten Lack mit der Sonne um die Wette. Das komplette Equipment ist neuwertig. Aufgrund der Optik rate ich, dass die Soulianis aus den Baujahr 1980- 1990 stammt. Der Vorteil des einwandfreien Zustands: Lauren und Kirk können sofort lossegeln und müssen nicht renovieren. Lediglich Luxusproblemchen, wie eine moderne Komposttoilette, Solarpaneele, eine elektrische Ankerwinsch (Folgen 17+18) und ein zweiter Wassertank werden nach und nach für die Langfahrt ausgetauscht. Das obligatorische Beiboot mit Benzinaußenborder macht Zicken (Folge 16).

Vorher hatten die Segler Katamarane angeschaut, was zu ihrer Sportlichkeit gepasst hätte. Die Bootssuche bildet den Inhalt der Folgen 2 bis 6.

Die gesegelten Touren

  1. Der erste Törn führt sie über den gigantischen See Lake Michigan, der rund 500 km lang und 200 km breit ist. Wie ein Meer. Es geht von Milwaukee über den See in die Pentwater Marina. Über Frankfort und South Manitou Island wird das Traumziel Charlevoix erreicht. Von Leland geht es zurück in die Marina nahe Racine.
  2. Der Marina- Aufenthalt wird genutzt, um der Soulianis den letzten Feinschliff zu geben und auszuruhen.
  3. Aktuell fahren Sailing Soulianis auf Flüssen und Kanälen mitten durch die USA in die Karibik. Von Chicago wird im Calumet River der Mast gelegt. Als Motorboot tuckert die Soulianis über den Mississippi in den Tennessee River. Durch den gigantischen 2- Mrd- USD- Baukosten- Kanal namens Tenn-Tom soll der Abschnitt der Reise im Golf von Mexico enden.
  4. In Zukunft soll der Pazifik erkundet werden.

Die Videoclips

Insgesamt wurden dreißig Videos veröffentlicht. Jede Folge dauert zirka 20 Minuten.

Es macht Spaß Lauren und Kirk bei ihrem Leben zu zuschauen. Die gute Laune wirkt ansteckend.  Am Törn 1 mit den Episoden 6 bis 14 über den Lake Michigan hat mir gefallen, lauter neue Orte zu sehen, von denen ich vorher noch nie gehört hatte.

Hier die gefühlte Atlantiküberquerung: Crossing Lake Michigan

Der aktuelle Teil 3 (Clips 20 bis 30), der schon selbstironisch auf „Motoring Soulianis“ umgetauft wurde, ist für den Segler eher langweilig. Trotzdem schaffen die Youtuber es, die Zuschauer zu begeistern und bei der Stange zu halten: Es wird auf Grund gelaufen. Der Motor stirbt ab, weil die Dieselleitung geschlossen wurde. Wie ein Korken tanzt die Soulianis unfreiwillig auf den Wellen in den Schleusen. Ein Schubverband wird besichtigt- ein lebendes Museum. Bei den Landschaften wechselt sich Industrie mit unglaublich schöner Natur ab. Drohnenaufnahmen zeigen wunderbare Flusslandschaften und natürlich das Boot.

Hier geht’s auf den Mississippi: Tackling the Mighty Mississippi

Zu Beginn der meisten Folgen wird zusammen gefasst, was bisher geschah. Am Ende jeder Folge wird ein Cliffhanger gezeigt, wie es nächste Woche weitergeht. Eine gelungene Idee, wenn man einmal eine oder zwei Wochen nicht vorbeigeschaut hat.

Die Aussprache der „Darsteller“ ist für mich persönlich leicht verständlich. Mag daran liegen, dass ich sieben Jahren lang einen tollen Chef aus Michigan hatte, der in derselben Sprachmelodie kommunizierte. Inzwischen habe ich herausgefunden, dass man auf Youtube im unteren rechten Bildbereich auf eine Karteikarte klicken kann. Sofort erscheinen Untertitel auf Englisch in ausgezeichneter Qualität. Neue Wörter wie Tugboat oder Towboat kann man abschreiben.

Homepage

Auf der Homepage werden die eigenen Videos und verschiedene Produkte beworben. Lesenswert finde ich nur den monatlichen Bericht, wieviel von dem Budget von 100 USD/ Tag bzw. 3.000 USD/ Monat aufgebraucht wurde und vor allem für welche Kategorien. Ich als Kauffrau und sparsamer Mensch habe mein Budget damals in Dänemark auf meinem vierwöchigen Segeltörn strikt eingehalten. Lauren und Kirk geben gerne das Doppelte aus, mit dem Argument, dass Reparaturen nötig waren. Mein Schlussfolgerung liegt nahe: Ihr Budget wurde zu optimistisch kalkuliert. Denn Marina- Aufenthalte und Reparaturen sollten in den Kosten enthalten sein.

Homepage Sailing Soulianis

Fazit:  Reisen und Leben an Bord- und der Zuschauer ist „live“ dabei!

Viel Spaß beim Englisch lernen und amüsieren!

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Videoclips mit einer Neptun 22

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Guido Dwersteg und Yacht TV werden nicht dabei sein, die kennt jeder. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Heute geht es um ein Paar, das verstanden hat, wie man entspannt einen wunderbaren Urlaub auf dem eigenen, nach heutigen Maßstäben sehr kleinen Boot verbringt:

Michael Baumeister – Neptun 22 Segeln

Die Crew

Der Gentleman Michael Baumeister fährt mit seiner Frau in den Urlaub und nimmt sein Boot auf dem Trailer mit. Über die beiden konnte ich nichts im Internet herausfinden und sie geben im Film nicht preis, was sie beruflich machen. Ihr Alter schätze ich auf Ende 50. Die Urlaubsreise ist das Thema der Videos und nicht die Selbstdarstellung. Dem Navi im Intro entnehme ich, dass das Paar aus Baden- Württemberg kommt. Das Kennzeichen des Schiffes „KN“ steht für Konstanz, vielleicht sind sie Bodenseesegler. Dem Abläufen an Bord nach segeln die beiden etliche Jahre zusammen. Alle Manöver laufen ohne Pannen und ruhig ab, als ob sie schon hunderte Male ausgeführt wurden. Das Ehepaar strahlt Harmonie und Zufriedenheit aus.

Das Schiff

Die „Rosa M“ stellt mit nur 22 Fuß, also zirka 6,50 Meter bewohnbarer Länge, das kleinste Boot dar, das ich Euch diesen Winter vorstelle. Es handelt sich bei ihr um eine Original Miglitsch Neptun 22, zirka Baujahr 1970, und Rosa M bringt leer nur gerade mal eine Tonne auf die Waage. Bei Flaute wird der Außenborder im Schacht gestartet, der über einen Ferngashebel bedient wird. Außer einem Solarpaneel ist keine weitere Technikausstattung zur Energiegewinnung zu sehen. Echolot und Logge funktionieren und zeigen digital die Zahlen an- vermutlich keine Originale aus den 1970ern, sondern Ersatzteile. Nachmachen werde ich die Pinnen- Fixierung mit zwei Seilen und Klampen- der billigste Autopilot der Welt.

Die gesegelten Touren

  1. Der erste Törn führt rund um den Bodensee,
  2. der zweite von der kroatischen Insel Krk über Olib und Premuda wieder nach Krk
  3. und der dritte  von Gelting in die Dänische Südsee (Ostsee!) und zurück.

Alle drei Törns folgen dem gleichen Konzept: Das Boot wird mit dem VW Golf selbst an den Zielort getrailert und per Kran in das Wasser gelassen. Im Vordergrund steht das gemütliche Urlaubs- Leben in einer Ankerbucht und Tagesetappen, um die nächste Traumbucht zu erreichen. Bei Starkwind oder um Wasser zu bunkern und die Batterie aufzuladen wird ein Hafen aufgesucht . Im Verhältnis zum Boot werden weite Strecken gesegelt und das Boot zeigt auf allen Kursen gute Segeleigenschaften, anders als den jüngeren Boot der Neptun- Werft nachgesagt wird.

Die Videoclips

Insgesamt wurden bisher drei Videos veröffentlicht. Jede Folge dauert zirka 20 Minuten.

Während im Bodenseeclip die Orte nur als Text eingeblendet werden, so sind im Kroatienvideo und Dänemarkvideo die Seekarten zu sehen und die Route wird als roter Balken bzw. animiertes Segelboot gezeigt. Schön für alle, die die Touren nachsegeln wollen.

Außer mir haben bereits über 80.000 Leute die beste Folge „Mit einer Neptun 22 in Kroatien segeln“ angeklickt. Die 6 Personen, die „Daumen nach unten“ geurteilt haben, waren bestimmt keine Segler.

 Videoclip Baumeister Kroatien

Die Kameraführung ist in allen Videos sehr ruhig. Die Neptun 22 wird vor Anker gefilmt, lange Strecken wird die Schönheit des Segelns zelebriert. Der Skipper spricht selbst treffend in die Kamera: „Einfach schön!“

Schon morgens freut man sich auf den Wein am Abend. Schwimmen, Lesen und Erholung stehen im Vordergrund des Törns. Urige Konobas (Kneipen) werden besucht und die in Kroatien obligatorische Fischplatte bestellt. Sehenswürdigkeiten oder Städte werden nicht gefilmt.

Der Film wurde nicht für die Youtube- Zuschauer „gedreht“, sondern der Alltag an Deck wurde aufgenommen und dann gekonnt zusammen geschnitten. Auch vom Restaurant aus wird das eigene Boot im Auge bzw. der Kameralinse gehalten. Unter Deck bleibt privat, was ich gut verstehen kann.

Eine kurze Unterwasseraufnahme mit Fischen bringt etwas Abwechslung. Der Film endet mit einer witzigen Kameraposition beim Kranen und der Rückreise.

Die Filme sind bestens geeignet, im Winter vom Segelsommer zu träumen oder einfach einmal im stressigen Alltag einen Gang herunter zu schalten. Fast wie eine Mediation.

Fazit: Ruhige Urlaubsvideos auf sehr guten Niveau!

Viel Spaß beim Meditieren!

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Videoclips von M Jambo Sailing

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Guido Dwersteg und Yacht TV werden nicht dabei sein, die kennt jeder. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Hier der deutschsprachige Kanal für echte Männer, die Meilen herunterreißen wollen und Bier trinken. (Warum ich als Frau den Kanal anschaue, erfahrt Ihr im folgenden Text.)

M Jambo

Die Crew

Die Ingenieur Martin ist meistens mit seinem Segelkameraden Heinz, einem Rentner, unterwegs. Die harten Passagen mit Nachtfahrten segelt Martin oft einhand! Auf den moderaten, urlaubsmäßigen Küstentörns wird Martin von seiner Partnerin Anke begleitet. Alternativ sind Heinz, Vilm und Smutje Klaus dabei.

Das Schiff

„Jambo“ ist eine Bavaria Holiday von 2009. Mit 34 Fuß als hochseetauglich eingestuft, wird dem Schiff so einiges mehr zugetraut als wohl 99% der restlichen Bavaria- Flotte. Den nördlichen Breiten wird mit einer Webasto- Heizung und einem Warmwasser- Boiler getrotzt. Eine Autarke Versorgung (wie Solarpaneele oder Wassermacher) fiel mir nicht auf und sie ist unnötig , da abends fast immer eine Marina angelaufen wird. Navigiert wir hauptsächlich über das I- Pad, das auch Meeresströmungen, Ebbe und Flut anzeigt. Ich tippe auf die Software von Navionics. Alle Details könnt Ihr im Film „Segelyacht Jambo- Schiff- Technik- Ausrüstung“ anschauen.

Hier noch ein Tipp von meiner Seite: Für die Lifebelts gehören Strecktaue auf dem Deck verlegt, sich im Draht der Reling einzupicken ist falsch und unter Umständen lebensgefährlich. Die Reling kann reißen oder der MOB wird unter Wasser bis hin zum Ertrinken geschleift.

Die gesegelten Touren

Heimathafen der Jambo ist Enkhuizen am holländischen Ijsselmeer, dem größten Binnensee Holland. Und nicht einem Meer, das auf niederländisch als „Zee“ bezeichnet wird. Das Ijsselmeer ist durch die Schleuse in Den Oever mit der Nordsee verbunden oder von Süden über Amsterdam und das Markermeer erreichbar.

Die Reisen der ersten Saisons führen die Jambo nach Helgoland, zu den Nordseeinseln und über den Ärmelkanal in das Englische Lowestoft (2014+ 2015). In 2016 geht eine langer Törn über das Skagerrak und Kattegat an die Deutsche Ostseeküste.

Nachdem selbst das Skagerrak für Skipper Martin zu langweilig scheint (ich würde wahrscheinlich Todesängste ausstehen) überquert er im Folgejahr gleich zweimal die Biskaya und verbringt mit Anke den Sommerurlaub im spanischen Galizien.

Dieses Jahr zieht es Martin und seine Jambo nach Norwegen (Oslo) und zu den schwedischen und dänischen Küsten (Kopenhagen).

Die minutiöse und bewundernswerte Törnplanung kann man kostenlos auf der Homepage herunterladen:

M Jambo Planung

Die Videoclips

Insgesamt wurden 20 Videos veröffentlicht. Seit diesem Jahr werden die Folgen zusätzlich „in english“ gezeigt. Jede Folge dauert zirka 30-40 Minuten. Ich freue mich schon auf die letzte Folge von Kopenhagen zurück nach Holland.

Herausragend sind meiner Meinung nach die Folgen „Segeln: Nordsee und Skagerrak“ und „Segeln: Herbstsee“  Herbstsee Nordsee

Im Einhandtörn „Nordsee“ durch das Skagerrak schafft es Martin nicht nur, das Schiff sicher zu führen, sondern spielt nebenbei auch noch Skipper, Vorschoter und Smutje (zu erkennen am Fahrradhelm) als Theaterrollen: „Lecker Gulasch- schmeckt gar nicht nach Dose.“

In „Herbstsee“ begleitet Martin sein Segelkamerad Heinz trotz Seekrankheit über die Biskaya nach Jersey (im Ärmelkanal). Von dort geht es über Belgien zusammen mit den Männern Vilm und Klaus zurück in den Heimathafen. Der Skipper Martin führt die Crew sehr versiert, bleibt immer höflich und humorvoll. Die kommen dafür immer wieder zu Besuch. Dem stürmischen Wind wird getrotzt und der Törnplan wird knallhart durchgezogen. Hut ab vor dieser seglerischen Leistung von Skipper und Crew! Unterwegs werden die obligatorischen Steaks gebraten oder zur Abwechslung Schweinelendchen in Weißwein- Sauce kredenzt. Das Anleger- Bier wird in der Marina gezischt.

Im Abspann eine erfrischende und erfreuliche Abwechslung zu den meisten Segelkanälen auf YouTube: Nicht um Spenden über Patreon wird aufgefordert, sondern das Spendenkonto der Seenotretter wird eingeblendet. Einziger Kritikpunkt bei den Videos: Ich persönlich finde das elektronische Synthesizer- Gedudel furchtbar.

Martin und Anke sprechen entweder direkt zum Zuschauer in die Kamera oder aus dem Off wird erklärt, was gerade vor sich geht. Kurze Clips mit Ausschnitten von Google- Karten oder der elektronischen Seekarte sorgen für Orientierung, wo sich die Jambo gerade befindet. Bei ruhigen Wetter wird das Ablegen der Jambo oder die Umgebung der Marina von einer Drohne gefilmt. Bekommt man selten zu sehen, da viele Skipper (mich eingeschlossen) schon das Ablege- Manöver genügend fordert.

Schwerpunkt der Filme liegt auf jeden Fall beim Segeln unter allen Wetterbedingungen und der Schönheit der Nordsee. Die Hafenstädte werden kurz filmisch vorgestellt und zu Fuß oder mit den Bordrädern erkundet. Restaurantbesuche meist mit einem Foto eingeblendet.

Egal, wie hoch sich die Wellen brechen, lacht Skipper Martin freundlich und gut gelaunt in die Kamera und hat sichtlich Spaß beim Segeln. Heinz redet vermutlich lieber, wenn die Kamera abgeschaltet ist. Anke kommt natürlich und sympathisch herüber, im Gegensatz zu manch‘ hysterischer Skipperfrau auf anderen Segelkanälen.

Die Filme bringen bestimmt viele Skipper und Skipperinnen zum Träumen, es doch Martin nach zumachen und in wenigen Urlaubswochen solche Strecken zu segeln und ferne Reviere zu erkunden.

Fazit: Schöne Urlaubsvideos auf technisch höchsten Niveau!

Homepage

Zur Jambo, den Törns, den Filmen und der Crew gibt es seit neusten eine Homepage, auf der Ihr wie gesagt die Törnpläne findet.

M Jambo Homepage

Viel Spaß beim Genuss der Videos!

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Videoclips von Living with the tide

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Sailing La Vagabonde und SV Delos werden nicht dabei sein, die kennt jeder. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Hier der mit Abstand humorvollste Segelkanal- sofern man englischen Humor versteht.

Living with the tide

Die Crew

Die Engländerin Paige und ihr Freund Mat segelten in ihrer ersten Saison einmal Atlantik rund. Lieblingssatz von Paige: „Oh no, Matthew!“ Paige nimmt alle verrückten Aktionen und Missgeschicke mit unglaublich viel Humor. Andernfalls hätte sie von Bord gehen müssen. Beispiel: Schaut mal die erste Minute von Folge 12 „Sailing the Spanish Rias“ an.

Noch mehr Spaß bringen die Väter alias „The Dads“ in das Geschehen, die Teilstrecken in Frankreich und auf den Kanaren mit segeln.

Für die Atlantiküberquerung von den Kanaren über die Kapverden in die Karibik (Barbados) wird das Paar von den zwei kamera- scheuen, dänischen (?) Seglern Malou und Mike und dem Engländer Tom unterstützt. In der Karibik bleibt der perfekte Spielkamerad für Mat, nämlich „Tom from London“, lange weiter an Bord.

Das Schiff

„Nova“ ist eine Contest 41, mit 12,50 Meter Länge eine komfortable Fahrtenjacht. Die beiden Segelfans kauften das Boot im Dezember und segelten im Mai des Folgejahres los. An den Wochenenden renovierten die beiden das Boot vom Baujahr 1989.

Der Kiel hat eine interessante „Flügelform“, die ich so noch nie gesehen habe, also mit Bleiflügel unten. Ganz sicherheitsbewusst das „skeg-hung rudder“, also eine Pinne mit Vorbau, falls etwas gerammt wird. Das modernisierte Kutterrigg lässt sich komplett vom Cockpit aus bedienen. Das Großsegel wird in den Mast eingerollt und dieses vieldiskutierte „Rollgroß“ war nie ein Problemthema in den Videos. Zum großen Vorsegel „Genua“ dazu wurde eine Fock am Kutterstag fest installiert. Gut bei starken Wind, denn es müssen keine Segel gewechselt werden. Was auf der Kittiwake gespart wurde, ist hier gleich mehrfach vorhanden. Zwei festeingebaute Funkgeräte (mit unterschiedlichen Frequenzen) und nicht nur ein sondern gleich zwei Handfunken. Sympathisch finde ich, dass Mat sich nicht auf I- Pads verlässt, sondern ganz traditionell Papierkarten und Hafenhandbücher mitführt. Die EPIRB ist direkt am Niedergang an der Wand festgeschraubt, eine sinnvolle Stelle. Sicherheit wird sowieso groß geschrieben. Sogar an eine Leine im Cockpit ist gedacht, damit Paige den über Bord gegangenen Mat im Notfall hoch winschen könnte. Die Hydrovane- Wind- Selbststeueranlage kommt in den Videos selten zum Einsatz, wäre bei Ruderbruch jedoch als Not- Ruder einsetzbar.

Mit Mikrowelle- kurioser Ausrüstungsgegenstand, Fernseher und DVD- Sammlung fühlen sich die Engländer wie zu Hause.

Nova wurde am Ende der Saison 1 verkauft und gegen die Schönheit „Morna“, einen Traditionssegler aus Holz von der Werft Dickies im schottischen Tarbert von 1920, „eingetauscht“. Die Basis für das Kojenchartergeschäft der kommenden Saison 2.

Die Route

Von der schottischen Insel Mull geht die Reise durch Schottland, durch die Biskaya, nach Spanien, Madeira, die Kanaren, die Kapverden, bis Antigua und zurück.

Die Reise der Nova endet filmtechnisch gesehen auf Antigua. Der harte Rückweg über den Nordatlantik und die Azoren nach England wurde nicht verfilmt oder veröffentlicht.

Die Videoclips

Insgesamt wurden 51 Vlogs (Videotagebücher) zur ersten Saison veröffentlicht. Die Live- Sessions und einige wenige Technik – Themen (Windsteueranlage Hydrovane, Ankerwinsch Wartung) nicht mitgezählt. Jede Folge dauert zirka 15 Minuten. Aktuell werden keine neuen Clips veröffentlicht, weil die Nachfolgerin Morna renoviert wird.

Besonders nach meinem Geschmack sind die Folgen 1-7, die alle in Schottland „spielen“. Wirklich etwas anderes als dieser Einheitsbrei von Palmenstrand- Videos. Folge 6 dürfte einer der wenigen Segel- Videoclips überhaupt zum Crinan Canal sein. In Folge 8 werden die abgelegen englischen Scilly Islands erreicht und zu Fuß erkundet. Kaum Touristen dort, dafür Palmengärten. Link zu Folge 6: Crinan Canal

Die Folgen auf den Kanaren finde ich dagegen etwas langweilig, da geschützte Ankerbuchten gesucht werden und das übliche Touriprogramm wie Kamelreiten abgespult wird. Genauso verschwimmen die Folgen auf den Karibischen Inseln ineinander. Die Clips zu den Tauchgängen waren für mich als Schnorchler nichtssagend.

Heraus sticht die Folge 11, in der mit den „Dads“ und nervöser Begeisterung erst der Ärmelkanal bezwungen wird und gleich noch die Biskaya. Link zur Folge 11: Crossing Bay of Biscay

Welcher Segler träumt nicht von einer Atlantiküberquerung? In den Folgen 39 und 40 scheint das alles leicht und luftig zu funktionieren. Die Crew und der Skipper scheinen viel Spaß zu haben. Selbstgefangener Fisch wird im Ofen gebacken, auf Fendern hinter dem Boot her geritten. (Ich selbst war nach sechs Tagen Atlantiktörn total fertig und fand jede Bewegung an Bord anstrengend.)

Paige spricht oft in die Kamera und nimmt den Zuschauer so mit in das Geschehen. Dadurch bleibt man informiert, wo die Nova gerade ankert oder segelt und was geschieht. Kreativ in den Videos sind die paar Sekunden „Cliff Hanger“, die vor dem eigentlichen Vorspann immer einen Gag aus der Folge zeigen. Da will man gleich weiterschauen. Die schottische Musik im Intro hat einen hohen Wiedererkennungswerten gegenüber anderen Segelkanälen mit Popsong- Intros.

Fasziniert war ich davon, wie liebevoll und neckisch Paige und Mat auf der ganzen Reise miteinander umgehen. Selbst Kritik am Partner wird positiv kommuniziert. Gleichzeitig kommen beide ganz authentisch herüber und nicht gekünstelt, wie z.B. SY Hilma. Mit Grauen habe ich zugeschaut, wenn Mat „kocht“. Entweder Huhn mit Fertigsoße oder Tacos mit Käse als Hauptgericht. „Strange“!

Die Filme bieten genau die richtige Mischung aus Segeln und Erlebnissen an Land, wobei der Schwerpunkt deutlich auf dem Leben an Bord liegt.

Fazit: Schöne Unterhaltung auf mittleren Niveau!

Homepage

Zu neuem Boot Morna kann man auf der Homepage T- Shirts, Pullover und Tassen kaufen. Die sporadischen Blog- Einträge geben den selben Inhalt wieder, der auch auf den Videos zu sehen ist. Die Lektüre kann man sich schenken.

Tide Homepage

Viel Spaß beim Lachen!

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