Videoclips von M Jambo Sailing

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Guido Dwersteg und Yacht TV werden nicht dabei sein, die kennt jeder. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Hier der deutschsprachige Kanal für echte Männer, die Meilen herunterreißen wollen und Bier trinken. (Warum ich als Frau den Kanal anschaue, erfahrt Ihr im folgenden Text.)

M Jambo

Die Crew

Die Ingenieur Martin ist meistens mit seinem Segelkameraden Heinz, einem Rentner, unterwegs. Die harten Passagen mit Nachtfahrten segelt Martin oft einhand! Auf den moderaten, urlaubsmäßigen Küstentörns wird Martin von seiner Partnerin Anke begleitet. Alternativ sind Heinz, Vilm und Smutje Klaus dabei.

Das Schiff

„Jambo“ ist eine Bavaria Holiday von 2009. Mit 34 Fuß als hochseetauglich eingestuft, wird dem Schiff so einiges mehr zugetraut als wohl 99% der restlichen Bavaria- Flotte. Den nördlichen Breiten wird mit einer Webasto- Heizung und einem Warmwasser- Boiler getrotzt. Eine Autarke Versorgung (wie Solarpaneele oder Wassermacher) fiel mir nicht auf und sie ist unnötig , da abends fast immer eine Marina angelaufen wird. Navigiert wir hauptsächlich über das I- Pad, das auch Meeresströmungen, Ebbe und Flut anzeigt. Ich tippe auf die Software von Navionics. Alle Details könnt Ihr im Film „Segelyacht Jambo- Schiff- Technik- Ausrüstung“ anschauen.

Hier noch ein Tipp von meiner Seite: Für die Lifebelts gehören Strecktaue auf dem Deck verlegt, sich im Draht der Reling einzupicken ist falsch und unter Umständen lebensgefährlich. Die Reling kann reißen oder der MOB wird unter Wasser bis hin zum Ertrinken geschleift.

Die gesegelten Touren

Heimathafen der Jambo ist Enkhuizen am holländischen Ijsselmeer, dem größten Binnensee Holland. Und nicht einem Meer, das auf niederländisch als „Zee“ bezeichnet wird. Das Ijsselmeer ist durch die Schleuse in Den Oever mit der Nordsee verbunden oder von Süden über Amsterdam und das Markermeer erreichbar.

Die Reisen der ersten Saisons führen die Jambo nach Helgoland, zu den Nordseeinseln und über den Ärmelkanal in das Englische Lowestoft (2014+ 2015). In 2016 geht eine langer Törn über das Skagerrak und Kattegat an die Deutsche Ostseeküste.

Nachdem selbst das Skagerrak für Skipper Martin zu langweilig scheint (ich würde wahrscheinlich Todesängste ausstehen) überquert er im Folgejahr gleich zweimal die Biskaya und verbringt mit Anke den Sommerurlaub im spanischen Galizien.

Dieses Jahr zieht es Martin und seine Jambo nach Norwegen (Oslo) und zu den schwedischen und dänischen Küsten (Kopenhagen).

Die minutiöse und bewundernswerte Törnplanung kann man kostenlos auf der Homepage herunterladen:

M Jambo Planung

Die Videoclips

Insgesamt wurden 20 Videos veröffentlicht. Seit diesem Jahr werden die Folgen zusätzlich „in english“ gezeigt. Jede Folge dauert zirka 30-40 Minuten. Ich freue mich schon auf die letzte Folge von Kopenhagen zurück nach Holland.

Herausragend sind meiner Meinung nach die Folgen „Segeln: Nordsee und Skagerrak“ und „Segeln: Herbstsee“  Herbstsee Nordsee

Im Einhandtörn „Nordsee“ durch das Skagerrak schafft es Martin nicht nur, das Schiff sicher zu führen, sondern spielt nebenbei auch noch Skipper, Vorschoter und Smutje (zu erkennen am Fahrradhelm) als Theaterrollen: „Lecker Gulasch- schmeckt gar nicht nach Dose.“

In „Herbstsee“ begleitet Martin sein Segelkamerad Heinz trotz Seekrankheit über die Biskaya nach Jersey (im Ärmelkanal). Von dort geht es über Belgien zusammen mit den Männern Vilm und Klaus zurück in den Heimathafen. Der Skipper Martin führt die Crew sehr versiert, bleibt immer höflich und humorvoll. Die kommen dafür immer wieder zu Besuch. Dem stürmischen Wind wird getrotzt und der Törnplan wird knallhart durchgezogen. Hut ab vor dieser seglerischen Leistung von Skipper und Crew! Unterwegs werden die obligatorischen Steaks gebraten oder zur Abwechslung Schweinelendchen in Weißwein- Sauce kredenzt. Das Anleger- Bier wird in der Marina gezischt.

Im Abspann eine erfrischende und erfreuliche Abwechslung zu den meisten Segelkanälen auf YouTube: Nicht um Spenden über Patreon wird aufgefordert, sondern das Spendenkonto der Seenotretter wird eingeblendet. Einziger Kritikpunkt bei den Videos: Ich persönlich finde das elektronische Synthesizer- Gedudel furchtbar.

Martin und Anke sprechen entweder direkt zum Zuschauer in die Kamera oder aus dem Off wird erklärt, was gerade vor sich geht. Kurze Clips mit Ausschnitten von Google- Karten oder der elektronischen Seekarte sorgen für Orientierung, wo sich die Jambo gerade befindet. Bei ruhigen Wetter wird das Ablegen der Jambo oder die Umgebung der Marina von einer Drohne gefilmt. Bekommt man selten zu sehen, da viele Skipper (mich eingeschlossen) schon das Ablege- Manöver genügend fordert.

Schwerpunkt der Filme liegt auf jeden Fall beim Segeln unter allen Wetterbedingungen und der Schönheit der Nordsee. Die Hafenstädte werden kurz filmisch vorgestellt und zu Fuß oder mit den Bordrädern erkundet. Restaurantbesuche meist mit einem Foto eingeblendet.

Egal, wie hoch sich die Wellen brechen, lacht Skipper Martin freundlich und gut gelaunt in die Kamera und hat sichtlich Spaß beim Segeln. Heinz redet vermutlich lieber, wenn die Kamera abgeschaltet ist. Anke kommt natürlich und sympathisch herüber, im Gegensatz zu manch‘ hysterischer Skipperfrau auf anderen Segelkanälen.

Die Filme bringen bestimmt viele Skipper und Skipperinnen zum Träumen, es doch Martin nach zumachen und in wenigen Urlaubswochen solche Strecken zu segeln und ferne Reviere zu erkunden.

Fazit: Schöne Urlaubsvideos auf technisch höchsten Niveau!

Homepage

Zur Jambo, den Törns, den Filmen und der Crew gibt es seit neusten eine Homepage, auf der Ihr wie gesagt die Törnpläne findet.

M Jambo Homepage

Viel Spaß beim Genuss der Videos!

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Videoclips von Living with the tide

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Sailing La Vagabonde und SV Delos werden nicht dabei sein, die kennt jeder. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Hier der mit Abstand humorvollste Segelkanal- sofern man englischen Humor versteht.

Living with the tide

Die Crew

Die Engländerin Paige und ihr Freund Mat segelten in ihrer ersten Saison einmal Atlantik rund. Lieblingssatz von Paige: „Oh no, Matthew!“ Paige nimmt alle verrückten Aktionen und Missgeschicke mit unglaublich viel Humor. Andernfalls hätte sie von Bord gehen müssen. Beispiel: Schaut mal die erste Minute von Folge 12 „Sailing the Spanish Rias“ an.

Noch mehr Spaß bringen die Väter alias „The Dads“ in das Geschehen, die Teilstrecken in Frankreich und auf den Kanaren mit segeln.

Für die Atlantiküberquerung von den Kanaren über die Kapverden in die Karibik (Barbados) wird das Paar von den zwei kamera- scheuen, dänischen (?) Seglern Malou und Mike und dem Engländer Tom unterstützt. In der Karibik bleibt der perfekte Spielkamerad für Mat, nämlich „Tom from London“, lange weiter an Bord.

Das Schiff

„Nova“ ist eine Contest 41, mit 12,50 Meter Länge eine komfortable Fahrtenjacht. Die beiden Segelfans kauften das Boot im Dezember und segelten im Mai des Folgejahres los. An den Wochenenden renovierten die beiden das Boot vom Baujahr 1989.

Der Kiel hat eine interessante „Flügelform“, die ich so noch nie gesehen habe, also mit Bleiflügel unten. Ganz sicherheitsbewusst das „skeg-hung rudder“, also eine Pinne mit Vorbau, falls etwas gerammt wird. Das modernisierte Kutterrigg lässt sich komplett vom Cockpit aus bedienen. Das Großsegel wird in den Mast eingerollt und dieses vieldiskutierte „Rollgroß“ war nie ein Problemthema in den Videos. Zum großen Vorsegel „Genua“ dazu wurde eine Fock am Kutterstag fest installiert. Gut bei starken Wind, denn es müssen keine Segel gewechselt werden. Was auf der Kittiwake gespart wurde, ist hier gleich mehrfach vorhanden. Zwei festeingebaute Funkgeräte (mit unterschiedlichen Frequenzen) und nicht nur ein sondern gleich zwei Handfunken. Sympathisch finde ich, dass Mat sich nicht auf I- Pads verlässt, sondern ganz traditionell Papierkarten und Hafenhandbücher mitführt. Die EPIRB ist direkt am Niedergang an der Wand festgeschraubt, eine sinnvolle Stelle. Sicherheit wird sowieso groß geschrieben. Sogar an eine Leine im Cockpit ist gedacht, damit Paige den über Bord gegangenen Mat im Notfall hoch winschen könnte. Die Hydrovane- Wind- Selbststeueranlage kommt in den Videos selten zum Einsatz, wäre bei Ruderbruch jedoch als Not- Ruder einsetzbar.

Mit Mikrowelle, Fernseher und DVD- Sammlung fühlen sich die Engländer wie zu Hause.

Nova wurde am Ende der Saison 1 verkauft und gegen die Schönheit „Morna“, einen Traditionssegler aus Holz von der Werft Dickies im schottischen Tarbert von 1920, „eingetauscht“. Die Basis für das Kojenchartergeschäft der kommenden Saison 2.

Die Route

Von der schottischen Insel Mull geht die Reise durch Schottland, durch die Biskaya, nach Spanien, Madeira, die Kanaren, die Kapverden, bis Antigua und zurück.

Die Reise der Nova endet filmtechnisch gesehen auf Antigua. Der harte Rückweg über den Nordatlantik und die Azoren nach England wurde nicht verfilmt oder veröffentlicht.

Die Videoclips

Insgesamt wurden 51 Vlogs (Videotagebücher) zur ersten Saison veröffentlicht. Die Live- Sessions und einige wenige Technik – Themen (Windsteueranlage Hydrovane, Ankerwinsch Wartung) nicht mitgezählt. Jede Folge dauert zirka 15 Minuten. Aktuell werden keine neuen Clips veröffentlicht, weil die Nachfolgerin Morna renoviert wird.

Besonders nach meinem Geschmack sind die Folgen 1-7, die alle in Schottland „spielen“. Wirklich etwas anderes als dieser Einheitsbrei von Palmenstrand- Videos. Folge 6 dürfte einer der wenigen Segel- Videoclips überhaupt zum Crinan Canal sein. In Folge 8 werden die abgelegen englischen Scilly Islands erreicht und zu Fuß erkundet. Kaum Touristen dort, dafür Palmengärten. Link zu Folge 6: Crinan Canal

Die Folgen auf den Kanaren finde ich dagegen etwas langweilig, da geschützte Ankerbuchten gesucht werden und das übliche Touriprogramm wie Kamelreiten abgespult wird. Genauso verschwimmen die Folgen auf den Karibischen Inseln ineinander. Die Clips zu den Tauchgängen waren für mich als Schnorchler nichtssagend.

Heraus sticht die Folge 11, in der mit den „Dads“ und nervöser Begeisterung erst der Ärmelkanal bezwungen wird und gleich noch die Biskaya. Link zur Folge 11: Crossing Bay of Biscay

Welcher Segler träumt nicht von einer Atlantiküberquerung? In den Folgen 39 und 40 scheint das alles leicht und luftig zu funktionieren. Die Crew und der Skipper scheinen viel Spaß zu haben. Selbstgefangener Fisch wird im Ofen gebacken, auf Fendern hinter dem Boot her geritten. (Ich selbst war nach sechs Tagen Atlantiktörn total fertig und fand jede Bewegung an Bord anstrengend.)

Paige spricht oft in die Kamera und nimmt den Zuschauer so mit in das Geschehen. Dadurch bleibt man informiert, wo die Nova gerade ankert oder segelt und was geschieht. Kreativ in den Videos sind die paar Sekunden „Cliff Hanger“, die vor dem eigentlichen Vorspann immer einen Gag aus der Folge zeigen. Da will man gleich weiterschauen. Die schottische Musik im Intro hat einen hohen Wiedererkennungswerten gegenüber anderen Segelkanälen mit Popsong- Intros.

Fasziniert war ich davon, wie liebevoll und neckisch Paige und Mat auf der ganzen Reise miteinander umgehen. Selbst Kritik am Partner wird positiv kommuniziert. Gleichzeitig kommen beide ganz authentisch herüber und nicht gekünstelt, wie z.B. SY Hilma. Mit Grauen habe ich zugeschaut, wenn Mat „kocht“. Entweder Huhn mit Fertigsoße oder Tacos mit Käse als Hauptgericht. „Strange“!

Die Filme bieten genau die richtige Mischung aus Segeln und Erlebnissen an Land, wobei der Schwerpunkt deutlich auf dem Leben an Bord liegt.

Fazit: Schöne Unterhaltung auf mittleren Niveau!

Homepage

Zu neuem Boot Morna kann man auf der Homepage T- Shirts, Pullover und Tassen kaufen. Die sporadischen Blog- Einträge geben den selben Inhalt wieder, der auch auf den Videos zu sehen ist. Die Lektüre kann man sich schenken.

Tide Homepage

Viel Spaß beim Lachen!

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Videoclips von Sailing Kittiwake

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Sailing La Vagabonde und SV Delos werden nicht dabei sein, die kennt jeder. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Los geht es heute mit meinem Lieblingskanal

Sailing Kittiwake

Die Crew

Die Italienerin Elena und ihr Freund Ryan haben ihre Jobs als Werbetexterin und Webdesigner in Manchester aufgegeben und sind inzwischen das zweite Jahr auf ihrem kleinen Katamaran von England nach Malta unterwegs. Sie geben ehrliche Einblicke in ihr Leben als Digitale Nomaden.

Das Schiff

„Kittiwake“ (=Dreizehenmöwe) ist ein 26 Fuß kleiner Katamaran von Heavenly Twins. Da ihr Baujahr 1977 etwas länger zurückliegt, haben die beiden 30 Jahre jungen Segler viele Stunden Arbeit in das Boot gesteckt, um es optisch moderner und seetüchtig zu gestalten. Bemerkenswert finde ich den Außenborder von Yahama mit 9 PS als einzigen Antriebsmotor. Dank Solarpanelen ist der Kat autark, was den Bordstrom anbelangt. Ein Ruderboot sorgt für die Verbindung an Land. Alles äußerst kostenbewusst und minimalistisch.

Die erste Saison segelt das Schiff dunkelblau durch den Atlantik, in der zweiten Saison hellblau auf dem Mittelmeer. Leider haben Elena und Ryan sich Ende 2018 auf 37 Fuß vergrößert und Kittiwake verkauft. Aber es gehen weiterhin neue Videoclips online.

Die Route

Grob gesagt: Rund West- Europa.

Von Falmouth ging es zu den Scilly Islands. Über den Ärmelkanal in die Bretagne. Die Französische Atlantikküste über Spanien nach Portugal. Immer in Tagestouren oder Zweitages- Törns. Das Winterlager wurde in Portugal in einer Werft aufgeschlagen.

Über die spanische Atlantikküste nach Gibraltar. Vom Mar Menor auf die Balearen, also Ibiza, Formentera und Espalmador. Die Reise der Kittiwake wird in Sardinien enden.

Die Videoclips

Elena und Ryan versuchen zu zweit mit 500 GBP (Pfund) pro Monat auszukommen. Somit wird in den Videoclips erfreulicherweise sehr, sehr viel gesegelt und kaum motort. Fast immer liegt das Boot abends vor Anker und es wird an Land gerudert. Bisher wurden 25 Videoclips mit je zirka 15 Minuten Dauer veröffentlicht und einige Extras zu Budget, Kosten, Kompost- Toilette und Ankern. Die Tipps beim Werbekanal Wetsuit Outlet sind gefloppt- vollkommen zu unrecht.

Elenas gute Laune wirkt ansteckend. Die wunderschönen Aufnahmen auf See werden von passender Musik untermalt. Nicht das übliche Gitarrengeklimper, sondern stimmungsvolle französische Chansons oder englische Popsongs. Mir gefällt die ruhige Grundstimmung der Videos, die Bescheidenheit der Paares und das Konzept, Orte abseits des Massentourismus gezeigt zu bekommen. Dadurch ähneln sich die Folgen allerdings sehr- es wird in Küstennähe von Ankerbucht zu Ankerbucht gesegelt. Zu Fuß der Strand oder das Land in Nähe der Bucht erkundet. Die Clips zur Überquerung des Ärmelkanals und der Biskaya stechen somit besonders heraus. Auch die Anregungen, wie man an Bord Geld verdienen kann (oder was eben nicht funktioniert) haben mir gefallen. Hier die Links zu zwei Clips:

Crossing the Biscay

Ways to make money

Fazit: Keine künstliche Dramatik oder unerreichbares Luxusleben, einfach Segeln Pur. Machbar für jedermann. Mehr davon!

Homepage

Auf der informativen Homepage berichtet Elena auf Englisch über das „Leben an Bord“ und gibt lesenswerte „Tipps zum bezahlbaren Fahrtensegeln“:

Sailing Kittiwake’s Homepage

Viel Spaß beim Anschauen!

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Wanderung um den Steinberger See

„Was machst Du denn am Montag, Deinem Urlaubstag?“ „Ich will um den Arbersee wandern.“ „Ist das nicht eine für einen Vormittag zu weite Reise?“ … „Stimmt, das sind ja 120 Kilometer einfacher Weg.“ „Fahr‘ doch zum Steinberger See. Dann kannst Du Dein neues Segelrevier anschauen.“

Super Idee. Wegen meinen langsamen LKW-Überholmanövern auf der A93 brauche ich heute nicht eine knappe sondern eine gute halbe Stunde zu meinem zukünftigen Heimathafen am Steinberger See; parke vor der verschlossenen Schranke.

Der Rundweg um Steinberger See ist ohne Verlaufen 6 Kilometer lang und lässt sich mit kleinen Pausen in zwei Stunden locker ablaufen.

Vom Südufer laufe ich gegen den Uhrzeigersinn Richtung Steinberg am See los. Die Strecke zieht sich durch den Wald und von dem See ist leider nicht viel zu sehen. Etwas spooky, die dunklen Fichten. Nach kurzer Zeit erreiche ich ein Wohnviertel mit schicken Villen und Einfamilienhäusern. Eigentlich suche ich einen Bäcker, werde dort nicht fündig. Im gerodeten Baugebiet für eine Feriensiedlung endet die Straße am See. Den Wanderweg habe ich aus den Augen verloren. Hätte mir schon denken können, dass es hier nicht weitergeht, weil ich mich zwischen zwei Bauzäunen durchquetschen musste.

Auf der anderen Seite einer sehr großen Wiese erspähe ich ein Schwungrad aus der Bergbauvergangenheit. Dort geht wie vermutet der Rundweg weiter. Ohne es zu merken, hatte ich die Attraktion „Movin‘ Ground“, einen Spielplatz für Jung und Alt, passiert. Daneben befindet sich der erste, kleine Campingplatz direkt am See.

Ab dort führt ein Kiesweg in hübsch geschwungenen Kurven unmittelbar am Ufer entlang. Am Seetreff Müller liegen viele gepflegte Segelboote im Wasser, die Jollen an Land haben schon bessere Zeiten gesehen. Die kleine Terrasse hat ab Oktober nur noch selten geöffnet.

Ich schrecke aus meinen Gedanken, als ich einen anderen Sparziergänger mit grau gelockten Pudel treffe. Er warnt mich: „Sagen Sie nichts, sonst ist der Hund nicht zu halten.“  Tja, folge ich eben stillschweigend dem Pfad.

Bald ist die Wakeboard- Anlage erreicht. Sie hat in der Nebensaison gelegentlich am Sonntag geöffnet. Ich probiere, auf der Slackline zu balancieren und schaffe drei Schritte, bevor es mich in die Wiese haut. Der zweite, wieder verlassene Campingplatz ist picobello sauber und bietet sogar Beach- Volleyballfeld.

Neu gebaut wurde eine liebevoll designte Minigolf- Anlage. Über den Zaun erspähe ich treffende Bezüge zum Bergbau: Einen lebensgroßen aus Holz geschnitzten Bergmann und ein Förderrad.

Die zweiten Menschen des Tages sehe ich auf der Baustelle zur größten Holzkugel Europas. Das Nebengebäude ist fertig, von der Kugel ist nur ein Turm zu sehen, sozusagen die Innereien. Die Eröffnung wird sich wohl auf 2019 verschieben.

Durch kleine Pinien schlängelt sich die Strecke zur Steinberger Segelschule und der Anblick der Bäume erinnert mich an Südfrankreich. Ich hoffe, dass der Gasthof geöffnet hat, als Rauch aus dem Kamin aufsteigt. Montag und Dienstag ist jedoch Ruhetag.

Birken rascheln leise im Wind. Hier scheint die romantische Landschaft einem schwedischen Liebesdrama der öffentlichen Fernsehsender entsprungen zu sein. Fehlt nur noch, dass die blonde Hauptdarstellerin in ihrem Oldtimer- Volvo vorbeifährt. Nein, stattdessen kommt mir ein knatterndes Mofa entgegen, dessen rotgesichtiger Fahrer mir verkniffen entgegenlinst. Brille vergessen?

Der kleine Sandstrand am Südufer liegt wie erwartet menschenleer da. Nur ein paar Granitfelsen aalen sich in der Herbstsonne. So beende ich meine Wanderung um den Steinberger See, ohne ein Wort gesagt zu haben. Ein komisches Erlebnis.

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Auf Wiedersehen, lieber Brombachsee!

Zum letzten Mal für die Saison und für die nächsten Jahre drehten Shadow und ich eine Runde über den Brombachsee. Ab nächsten Jahr machen wir beide den Steinberger See bei Schwandorf unsicher.

Mit einem sanften Windhauch segelte ich heute aus dem Hafen, um den algenbewachsenen Propeller zu unterstützen. Bis zum Ramsberger Badestrand und einmal die Kaimauer entlang ging der Segeltörn zum Saisonende. Dauerte bei dieser Beinahe- Flaute eine halbe Stunde.

Der strahlende Sonnenschein trocknete die Segel hervorragend. Wanzen und Spinnen flüchteten teilweise freiwillig. Die anderen Segler wunderten sich über mein neues Manöver „Martinisegel: Geschüttelt- nicht- Gerührt“: Segel kräftig am Großbaum oder Unterliek schütteln, damit das verbliebene Ungeziefer an Deck prasselt.

Linus half mir ein letztes Mal beim Anlegen. Am Steg verabschiedeten sich auf Linus, Alex und Pekka herzlich von mir. Mit den Jahren war mit den Nachbarn eine gute, freundliche Seglergemeinschaft entstanden, die ich vermissen werde. Und irgendwer hatte wohl herumerzählt, dass ich das Revier wechsle. Ich? Beim Abschied wurde mein Herz schwer.

Dank richtigen Werkzeug schlug ich nicht nur die Segel innerhalb von einer Stunde ab, sondern schraubte auch flugs den Stegfender mit der Ratsche ab. Sogar das WC- Chemie leerte ich ohne Zwischenfälle aus.  Der der Fäkalienbodenluke benachbarte Optimisten- Trailer blieb sauber. Fünf Jahre Übung im Seglerdasein machen sich eindeutig bemerkbar.

So kann ich morgen an meinem Urlaubstag zu Hause bleiben und im Garten die Sturmschäden beseitigen, statt nochmals an den Brombachsee zu reisen.

Auf Wiedersehen, lieber Brombachsee und liebe Stegnachbarn! Danke für die unzähligen, wunderbaren, mal erholsamen, mal aufregenden Stunden!

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Nickerchen auf dem Vordeck

Nachdem mich Sehnsucht nach der Shadow überfallen hatte, schaute ich Sonntag Nachmittag bei ihr vorbei.

Aus dem Segeln wurde nichts. Schon wieder waren die Sicherungen bei meiner Stromsäule heraus gesprungen und Shadows Batterien hatten sich entladen. Ohne Batterien kein Strom für den Motor.

So ging es direkt „ohne Umweg über Segeln“ zum besten Entspannungsprogramm. Erst in „Die Bucht“ in den Lounge- Möbeln abhängen, Band 7 von „Das Tal“ lesen und einen Schokoeisbecher in Ruhe genießen- für günstige 4,90 Euro. Zu empfehlen. Danach auf dem Vordeck der Shadow in der Sonne liegen. Die ganze Saison konnten sich meine Besucher dort am Deckshaus anlehnen und entspannen. Ich war bisher nicht dazu gekommen. Vom Vordeck konnte ich prima Hafenkino gucken: Eine Schwäbische Großfamilie beim Aufbruch: „Nele, Du darfst doch nicht alleine über den Steg (Fingersteg) laufen!“ „Jakob, jetzt klemme nicht die Kabel ein, sondern mach‘ den Deckel ordentlich zu!“ „Lukas, trage endlich die Taschen auf den Steg!“ (Namen von mir geändert)

Als nächstes fliegt auf eine Mitseglerin auf einem anderen Schiff mit einem lauten Krachen den Niedergang hinunter, dass man es im ganzen Hafen hört. Ihr Mann: „Oh Gott, tu‘ Dir bloß nichts an. Wer soll sonst die Hausarbeit machen?“ Das sind Sorgen.

Zum Schluss plaudere ich mit einer Stegnachbarin über unsere Winterlager, mein Relingsnetz und den neusten Stegtratsch, während ihr Mann das Schiff aufklart.

Nach drei Stunden am See sind nicht nur Shadows sondern auch meine Batterien aufgetankt und ich habe Energie für die neue Arbeitswoche.

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Wer hat von meinem Gäbelchen gegessen?

„Ich bräuchte WLAN im Hafen.“ „Danach hat seit zwei Jahren keiner gefragt. Ich weiß nicht, wie man es anschaltet. Reicht nächste Woche?“

Nein. Für HEUTE 14 -14:30 Uhr suchte öffentliches WLAN im Fränkischen Seenland. Die Hotspots im Rathaus Weißenburg und Pleinfeld haben freitags von 8-12 Uhr geöffnet. Mein Notfallplan wäre McDonald’s Weißenburg gewesen. Kein ruhiger Ort für ein geschäftliches Meeting. Die Rettung: Der Seehof (Hotel) in Langlau am Kleinen Brombachsee. Obwohl ich kein Gast bin, erhalte ich kostenlos den WLAN Zugang und darf die gemütliche und ruhige Lobby zum Telefonieren nutzen. Danke, Seehof, das nenne ich Gastfreundschaft!

Leider zieht sich der Termin bis 15 Uhr. Meine superpünktlichen Freundinnen Liv und Enya stehen derweilen im strömenden Regen unter der kleine Eiche am Stegtor und warten auf mich. Wir richten uns drei auf der Shadow ein. Die zwei hatten wie ich einen stressigen Arbeitstag und der Beginn unseres  Mädels- Abend wurde von 13 auf 15 Uhr verschoben.  Beim Kaffeeklatsch kocht der Perkolator über und speit Kaffee auf den Herd. Stelle fest, dass ich keine Kuchengabeln an Bord habe. Große Gabeln tun den Zweck auch. Enyas Zwetschgenkuchen schmeckt toll und wir tauschen den neusten Firmentratsch aus.

Segeln und Baden entfällt wegen Regen und 15 Grad Celsius Lufttemperatur. Wir eilen zur letzten regulären Rundfahrt des Trimarans um viertel sechs. Drinnen läuft mit Helene Fischer und Co. die Party an und Frauen schwingen das Tanzbein. Die Partymäuse erkennen wir an den Clubbändchen „MS Brombachsee“ in neongelb. Wir flüchten zum gutgelaunten Barkeeper auf das „Sonnendeck“, der seinen einzigen Gäste gerne ausschenkt. Die Lounge- Sofas in der Mitte des Decks bleiben vom Regen verschont. Später blitzt die tief stehende Sonne hervor und verwandelt den Brombachsee in ein Meer aus Silber. Wir sitzen inzwischen im warmen Innenraum, da ich meine Füße vor Kälte nicht mehr spüre. Naja, fast.

Zurück an Bord der Shadow serviere ich meinen Segler- Nudelsalat „Spezial“: Frag Mutti

Enya: „Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass der Salat super schmeckt. Ich esse gerade die dritte Portion. Das sagt alles.“ Leider ist meine sechste Gabel von den Sieben Zwergen oder wem auch immer entführt. Wohl eher die sieben Klabautermänner. Liv benutzt geschickt und kreativ Suppenlöffel und Messer als Ersatz.

Damit Enya nicht erst um Mitternacht in den Bayrischen Wald nach Hause kann, fahren wir mit ihrem Auto dem Trimaran MS Brombachsee an den Absberger Strand hinterher. Dort steigt um 21 Uhr die erste Lasershow „Magische Momente“.  Die fleißigen Helfer der Freiwilligen Feuerwehr lotsen die Autoschlangen durch die Ortschaften und kontrollieren die Parktickets. Bis wir auf dem Ausweichparkplatz- eine duftende frisch“g’mahte Wiesn“-  erreichen, dauert ewig.

Die MS Brombachsee stoppt vor dem Strand auf. Zwei DLRG Boote starten Nebelmaschinen und sorgen für die Projektionsfläche. Mit Bezug zur Geschichte des Fränkischen Seenland- mit der Stimme von Terra X- startet eine unglaublich abwechslungsreiche und farbige Lasershow. Strahlen, Flächen, Vierecke aus Licht. Alles dabei. Liv: „Da kann die Aida (Schiff) einpacken.“ Dass die Musik schlecht geschnitten ist, stört niemanden. Wie bei der Landung der Außerirdischen stehen die Besucher am Strand. Schwarze Schatten vor bunten Lichtblitzen. Zu schnell endet die Show nach zwölf Minuten. Wir sind uns einig, dass es eine Reise wert war.

Zurück in Ramsberg hören Liv und ich der Rockband „Champagne“ zu. Kinder tanzen in Wollmützen und Schals wie wild vor der Bühne am Strand. Mein Lieblingshit „No Roots“ von Alice Merton wird live aufgeführt. Die Sängerin „Miri“ kommt an das Original nahe dran. Noch besser singt sie „99 Luftballons“ und „Irgendwo, irgendwann“ von Nena. Klasse Stimmung! Wie bei „Lieder am See“- nur kostenloser Eintritt und 55 statt 5.500 Zuhörer. Ich kaufe eine Tüte Marzipankartoffel an einer der diversen Fressbuden und fühle mich auf einen Weihnachtsmarkt versetzt. Sogar Glühwein gäbe es.

Um Mitternacht startet synchron an allen vier Stränden ein professionelles Feuerwerk mit Musik. Perfekt gemacht ! Gold-lila Regen, Sternenschauer, rote Blitze und alles, was Feuerwerk so hergibt.

Ein sehr gelungener Abschluss der Badesaison am Brombachsee !

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