Donau so voll

Meine Freundin Liv hatte mich am Sonntag zu einer Spritztour auf ihrer Bavaria 29 Motoryacht über die Donau eingeladen.

Statt los zu brettern, schlugen wir uns zusammen mit Livs Mann in der Pizzeria die Bäuche voll. Der Koch hatte eine großartige Kombination kreiert: Abensberger Spargel, saftiger Schinken und ein Spiegelei fügten sich harmonisch zu einer Spargel- Pizza zusammen.

Liv und H. waren bei der Abfahrt etwas nervös, weil sie zum ersten Mal in der Saison die Motoren ausprobierten. Aber in Gemeinschaftsarbeit am Steuer bugsierten sie die Bavaria aus dem engen Hafenbecken. Merkzettel für Segler: Die Sportboothäfen an der Donau sind für Motorboote mit Bugstrahlruder konzipiert.

Im Kanal vor Kelheim übten Liv und H. die Bavaria auf dem Teller zu drehen – mit mehr Platz als im Hafen. Ich saß dahinter, konnte Nichtstun üben und die grüne Landschaft anschauen.

Auf der Fahrt nach Kapfelberg hielt H. nach Treibholz Ausschau. Die Donau war nach regenreichen Tagen voll davon. Außerdem sausten Jetskis, Wasserski- Fahrer und unzählige, andere Motorboote den Fluss hinunter. Also die Kajakfahrer wären kein Hindernis für Bavarias sechs Tonnen gewesen:-)

Kaum waren die Kajakfahrer und Ankerlieger außer Sichtweite gab Liv ordentlich Gas und jagte die Bavaria mi 37 Knoten über das Wasser. H. beobachtete nun, ob die Heckwelle symmetrisch läuft und die Motortemperaturen im Normalbereich bleiben. Ich hatte weiterhin keine Aufgabe an Bord und knipste ein paar Fotos. Auch einmal eine nette Abwechslung zum Skipperinnen- Dasein.

Um 15 Uhr wollten alle zum Kaffeekränzchen in die Marina zurück und vor der Hafeneinfahrt bildete sich eine kleine Warteschlange voller Motorboote. Liv gab an Bord Giotto und Espresso aus. Ich schaute Livs Fotobuch vom Menorca- Urlaub an, eine charmante Insel. Danke für die schöne Bootstour!

 

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Schlemmen wie Neptun

Meine Freundin Liv hatte Enya und mich zu einem Mädelsabend inklusive Spritztour und Drei-Gänge-Menü auf ihrer Motorjacht eingeladen.

Abends kam wie vorhergesagt die Sonne hinter den Gewitterwolken hervor und die Bavaria (Jacht, nicht Bayerns Schutzpatronin) preschte mit 35 Knoten (fast 70 Stundenkilometer) über die blaue Donau. Da muss man sich schon festhalten. Liv saß als Skipperin am Steuerstand, Enya auf dem „Beifahrersitz“ und ich fläzte mich auf dem L-förmigen Sofa hin. Familien mit 18 Entenküken, Vorzeigedörfer mit Zwiebelturmkirchen und ein Arbeitskollege auf seinem Boot zogen oder rasten an uns vorbei. Enya und ich durften mal an das Steuerrad und lernten, dass wir sanft die Geschwindigkeit reduzieren sollen. Ansonsten steigt die eigene Heckwelle in das Boot ein. Platsch. Liv zeigte uns, wie eine Wende im Rennfahrermanier geht und die Kaffeemaschine unter Deck kippte um. Zum Glück ohne Wasser oder Kaffee in den Tanks. Zum Abschluss der Fahrt schlichen wir über den Kanal bis die Befreiungshalle bei Kelheim in Sichtweite kam. Ich hatte genug Freude daran, zu sehen wie begeistert und glücklich Liv ihr Boot steuert. Das Steuer übernahm ich daher nur kurz vor der Hafeneinfahrt als Liv die Fender ausbrachte.

Am Steg stand Livs Ehemann bereit, der ihr Tipps zum Anlegen gab, und die Leinen festmachte. Liv hat perfekt 2 cm entfernt vom Steg aufgestoppt. Hut ab! Das nenne ich großartige Team- Arbeit!

Mit einem Gläschen Sekt stießen wir auf die gelungene Tour an. Die Jacht besitzt gleich zwei Kühlschränke: Einen in der Pantry und einen im Cockpit. Luxuriös.

Nun hieß es „Schlemmen wie ein Meeresgott“. Liv hatte aus ihrem neuen Kochbuch „Boat Cooking“ als Vorspeise gebackene Lachstörtchen mit Ei, Frischkäse und Meerrettich gezaubert. Köstlich. Zur Take-Away- Steinofenpizza Schinken- Champignon aus der Hafenpizzeria hatte Enya einen erfrischenden griechischen Salat mit Paprika, Tomaten, Schafskäse und Oliven mitgebracht. Meine Nachspeise stammte natürlich aus meinem Lieblingskochbuch „Kochen nach Beaufort“. Um Geschirr zu sparen, füllte ich Quark-Orangencreme wie im Rezept vorgeschlagen in Waffeln ab. Allerdings in stinknormale Eiswaffeltütchen, denn die flachen Zuckerwaffel- Schälchen waren nirgendwo zu bekommen.

Der kurzweilige Abend klang mit lustigen Geschichten aus: „Als der Soundso die Fahrwassertonne überfuhr“, „Als ich ablegte und die Batterie für das Bugstrahlruder leer war“ und „Tanken mit Seitenwind“. Motorbootfahren erleben auch so einiges.

Biertörn

Sommer und Sonne! Bier und Bratwürste !

Meine Freundin Steffi samt Familie lud ich zur Feier meines runden Geburtstags auf eine ganz besondere Schifffahrt ein. Total uneigennützig 😉 Mit dem Schiff wollte ich nämlich fahren, seit ich es am Kai in Regensburg entdeckt habe. Ein historisches Holzschiff, namens Siebnerin. Auf der Siebnerin wurde früher Salz transportiert und der Name leitet sich von den sieben Rumpfteilen ab. Es gab auch Achterin, mit acht Hölzern.

Wir zwei Familien trafen uns eine Stunde vor Abfahrt im Eiscafe „Aamu“ nahe der Anlegestelle. Hatte ich für den Fall ausgedacht, dass es in Strömen regnet oder Steffi im Stau steckt. Für die drei Kinder ging der Tag mit Eisessen gut los. Die Eltern fühlten uns nach starken Espresso gleich wach. Mit dem Gebräu könnte man Tote wieder erwecken, findet Jens. Auch hausgemachte Paninis und Croissantfrühstück „Picola“ sehr zu empfehlen.

An der Anlegestelle entstand etwas Chaos, als die MS Kepler im Päckchen an der Siebnerin festmachte. Die Kepler spuckte ihre Fahrgäste aus, dann lud sie die neuen Fahrgäste ein, die über die Siebnerin kletterten. Endlich kamen wir sieben, die passende Teilnehmeranzahl zur Siebnerin,  🙂 an die Reihe. Eine Atmosphäre wie in einem Biergarten empfing uns an Bord. Zwei Tische mit blau-weiß-karierten Decken, Bierkrügen mit Besteck und Brotkörben standen parat. Robin und Joshua durften an der Reling sitzen, Thorger lieber neben Jens, um die Gefahr des von- Bord- Fallen zu minimieren. Los ging die Fahrt unter der Steinernen Brücke durch zum einen Ende der Altstadt.

Freiwillige zum Anstich des Bierfasses wurden gesucht. Nach kurzem Zögern meldete ich mich. Eine dicke Lederschürze als Spritzschutz angezogen. Der Vertreter einer Brauerei zeigt mir, wie man den Zapfhahn fest und korrekt in der linken Hand hält. Gesagt, getan. Mit der rechten Hand schlage ich mit einer Art Holzknüpfel auf das Bierfass ein. Zuerst zu sanft und nichts rührt sich. Dann mit Wucht und eine Bierfontäne duscht die Apotheker- Reisegruppe. Die haben keine Schürzen an. Was für ein Erlebnis zu meinem Geburtstag !

Die bayrischen Musiker sind begeistert und spielen umgehend eine Bierhymne. Hartmut und Hansi verstehen ihr Handwerk und heizen die Stimmung ein. Wenn in der Hymne der Name der Brauerei fällt, müssen alle Gäste als Echo „Unser Bier“ rufen und begeistert eine Arm in die Luft werfen. Die Kinder sind begeistert. „K….Bier“- „Unser Bier“ schallt es alsbald über die Donau. Die Kinder wurden sofort mit Limo versorgt, wir vier Volljährigen bekommen dank meines Einsatzes das erste Fassbier an Bord serviert. GUAT.

Thorger läuft das Wasser im Munde zusammen, denn direkt hinter ihm werden Unmengen von Regensburger Bratwürsten gegrillt. Frisch für alle Gäste an Bord zubereitet. Bald bringt die Kellnerin den Kindern zuerst die Bratwurstteller. Dazu süßen Senf, Sauerkraut und Kümmelkipferl. SAUGUT.

So verfliegt die Zeit und die Kinder wollen sich übertrumpfen, wer zuerst die Walhalla erspäht. Thorger tanzt derweilen in der Bootsmitte bzw. hüpft herum.

An der Walhalla wendet die Siebnerin und diverse Bierhymnenstrophen singend geht es zurück.

Die Kinder toben auf dem neuen Spielplatz am Rennplatz auf der Holzritterburg, bis sie total fix und alle sind.

Ein toller Ausflug, an den ich mich gerne erinnern werde, wenn ich an der Siebnerin morgens vorbei radle.

Fremdgefahren

Liebe Segelfreunde !

Ja, ich gestehe. Ich bin Euch untreu geworden. Ich war Motorboot fahren und es hat mir gefallen. Gewissermaßen „fremdgefahren“. Nein, nicht ein Beiboot oder Schlauchboot, das notwendige knatternde Übel am Ankerplatz. Sondern so eine richtige, fette Motoryacht, den schlimmsten Feind aller Segler (mal abgesehen von Fähren).

Meine Freundin Liv hat mich zu einer Spritztour auf Ihrer 29-Fuß-großen Motoryacht eingeladen. Ein faszinierendes Erlebnis.

Direkt von der Arbeit fuhren wir in die sehr gepflegte Marina an der Donau nahe Kelheim. Die Anfahrt zog sich im Feierabendverkehr etwas, jedoch immer noch schneller als an meinen Brombachsee.

Das Landstromkabel ist die einzige Gemeinsamkeit mit einem Segelboot. Erstmal schaltete Liv die Entlüftung des Motorraums an, die in fünf Minuten dafür sorgt, dass beim Start der Motoren sich nicht das Luft-Benzin-Gemisch im Motorraum entzündet und uns das Heck in einer Explosion wegfliegt. Das Vorglühen der Motoren mit dem halb gedrehten Zündschlüssel entfällt, da Benzin und nicht Diesel.

Und irgendwie auch wieder nicht, denn man muss warten bis die zwei (!) PS-Monster „150“ (Grad ?) erreichen bevor man die beiden Zündschlüssel umdrehen darf.

Das würde Jens gefallen: Die Spülung der Toilette ist elektrisch. Bequem wie zu Hause statt ein „Pfömpelklo“ mit manueller Pumpe.

Luxus: Der Kühlschrank läuft dank Lichtmaschine non-stop und ist von Liv mit allen Leckereien, inklusive Sekt, bestückt. Den Anlegeschluck scheinen die Motorbootfahrer nicht zu kennen. Offenbar ist man unter Motor (oder sogar zwei Motoren) nicht so erleichtert über eine geglückte Ankunft im Hafen wie unter Segeln. Wir haben trotzdem uns ein Schlückchen Sekt genehmigt.

Die Motorboote liegen alle römisch-katholisch, mit dem Heck zum Steg. Auf dem Steg gibt es sogar eine Stegdusche und fließendes Wasser. Na, Ramsberger Hafen, da kannst Du Dir eine Scheibe abschneiden !

Das Ablegen gestaltet sich mit dem Bugstrahlruder einfach, obwohl die Boxengasse recht schmal ist. Mit Links und Rechts- Schüben buxiert Liv ihre Yacht aus dem Hafen. Die Fender werden in schicken Körben am Bug untergebracht, nur den seitlichen Fender hole ich wie auf einem Segelboot ein.

Als wir zwei die „Wasserski“- Strecke der Donau erreichen, legt Liv mal die Hebel auf den Tisch und ich klammere mich  ängstlich am Handgriff fest. Mit 40 Knoten (also 74 km/Std.) rast die Yacht über die Donau. Da kommen nicht einmal die Wasserskifahrer hinterher.

In „langsamer“ Verdrängerfahrt, also doppelt so schnell wie Shadows Höchstgeschwindigkeit, geht die Fahrt weiter. Ganz kurz übernehme ich mal das Lenkrad (sieht so aus wie beim Auto) und gebe gleich zu viel Gas. Vorwärts Einkuppeln ist keine Extrastufe wie beim Volvo- Penta- Segelboot- Diesel, sondern die Motoren jagen gleich los. Hohe Felsformationen, hübsche Zwiebelturmdorfkirchen, Angler und Graugänse ziehen an uns vorbei. In dieser Geschwindigkeit bereitet die Flussfahrt mir Freude, als Liv wieder steuert. Lediglich die lauten Motorengeräusche stören die Idylle und machen das Tratschen von Liv und mir schwierig. Wir brüllen uns an, ohne dass jegliche Aggressivität dahinter steckt.

Das Quatschen holen wir beim Italiener nach. Wir genießen die preisgünstige und überraschend leckere Pizza auf der Terrasse am Hafen.

Mit Blick auf den Sonnenuntergang über die Motorboote. Der Abend könnte kaum schöner ausklingen.

Wrrrrrrrrromm !