Ich buchte, stand auf und paddelte

Vorgestern Radiowerbung gehört für SUP- Kurs gehört, gestern gebucht und heute paddelte ich los. So schnell kann es gehen, eine neue Wassersportart zu lernen.

SUP heißt Stand Up Paddling. Das Verb dazu lautet suppen.

Also suppte ich mit dem SUP auf der Suppe des Guggenberger Weihers. Der Kurs dauerte zwei Stunden und länger hätte ich eh keine Kraft zum paddeln gehabt.

Eine bunt gemischte Gruppe traft sich abends am Guggi: Drei Frauen, zwei Männer und ein Vater mit Sohn. Der kompetente Lehrer namens Gonzo (Name von mir geändert) erklärte uns, dass die Finne bruchempfindlich sei und ein wenig Theorie. Danach stellte er die Paddel passend zur Körpergröße ein und teilte die Boards nach Körpergewicht zu. Ich bekam eines in meiner Lieblingsfarbe blau mit dem vielverheißenden Namen Mistral.

Auf den Knien ruderten wir durch die Badezone und meine Finne verhakte sich im Absperrseil. Mit dem Paddel das Seil herunter gedrückt und weiter gepaddelt. Hinter mir platscht es: Die erste Teilnehmerin geht auf Tauchstation. Mit wackeligen und etwas zittrigen Knien stelle ich mich auf das kippelige Board. Etwas mehr als hüftbreiter Stand. Die Boards driften ganz schön ab und so paddle ich mein Mistral gegen den mistralähnlichen 😉 Wind den See entlang, in dem ich das Paddel fast ausschließlich in Lee durchziehe. Ich freue mich über das Geräusch, wie die kleinen Wellen vorbei plätschern und ich werfe selbst eine Mini- Bugwelle. Einer der Männer wirft große Wellen als er vom Brett fällt.

Total fasziniert beobachte ich wie Gonzo zum Heck trippelt und somit schneller wendet. In meinen Augen die reinste Akrobatiknummer. Und „Plumps“, fliege ich in den Weiher. Wenigstens ist jetzt die Angst vom Herunterfallen weg.

Zwischen den Bojen 3 und 5 des Segelclubs üben wir das Wenden in beide Richtungen. Da kommt Regattastimmung auf. Wir lernen, richtig aufzustoppen.

Wie hawaiianische Surfer balancieren wir zur Spitze des Boards. Ich runde die Übung mit einem unfreiwilligen Bauchplatscher nach vorne ab. Eigentlich hätten wir wieder zur Boardmitte zurücklaufen sollen und dabei kleine Paddelschläge zur Stabilisierung machen. Bin schon mit dem Trippeln alleine überfordert.

Auf dem Rückweg hält Gonzo die Truppe bei Laune: Wir wechseln die Paddelhand wie Funkenmariechen über den Rücken. Wir werfen die Paddel voll Freude in die Luft.

Das erfolgreiche Ende unseres Kurses begießen wir in der Surfer Bar.