Nickerchen auf dem Vordeck

Nachdem mich Sehnsucht nach der Shadow überfallen hatte, schaute ich Sonntag Nachmittag bei ihr vorbei.

Aus dem Segeln wurde nichts. Schon wieder waren die Sicherungen bei meiner Stromsäule heraus gesprungen und Shadows Batterien hatten sich entladen. Ohne Batterien kein Strom für den Motor.

So ging es direkt „ohne Umweg über Segeln“ zum besten Entspannungsprogramm. Erst in „Die Bucht“ in den Lounge- Möbeln abhängen, Band 7 von „Das Tal“ lesen und einen Schokoeisbecher in Ruhe genießen- für günstige 4,90 Euro. Zu empfehlen. Danach auf dem Vordeck der Shadow in der Sonne liegen. Die ganze Saison konnten sich meine Besucher dort am Deckshaus anlehnen und entspannen. Ich war bisher nicht dazu gekommen. Vom Vordeck konnte ich prima Hafenkino gucken: Eine Schwäbische Großfamilie beim Aufbruch: „Nele, Du darfst doch nicht alleine über den Steg (Fingersteg) laufen!“ „Jakob, jetzt klemme nicht die Kabel ein, sondern mach‘ den Deckel ordentlich zu!“ „Lukas, trage endlich die Taschen auf den Steg!“ (Namen von mir geändert)

Als nächstes fliegt auf eine Mitseglerin auf einem anderen Schiff mit einem lauten Krachen den Niedergang hinunter, dass man es im ganzen Hafen hört. Ihr Mann: „Oh Gott, tu‘ Dir bloß nichts an. Wer soll sonst die Hausarbeit machen?“ Das sind Sorgen.

Zum Schluss plaudere ich mit einer Stegnachbarin über unsere Winterlager, mein Relingsnetz und den neusten Stegtratsch, während ihr Mann das Schiff aufklart.

Nach drei Stunden am See sind nicht nur Shadows sondern auch meine Batterien aufgetankt und ich habe Energie für die neue Arbeitswoche.