Kaffee-Regatta: Den Teil mit der Regatta lasse ich weg

Die zweite gemeinsame Ausfahrt mit dem Segelclub stand auf dem Programm. War im Mai zu viel Wind vorhanden, war heute zu wenig Wind vorhanden. Was einmal wieder die alte Seglerweisheit bestätigt: Entweder ist der Wind zu stark oder zu schwach oder er bläst aus der falschen Richtung.

Diesmal wurde ein Dreiecks- Kurs abgesteckt. Ich hatte mir vorgenommen, nur doppelt solange wie der Schnellste zu segeln. Im Mai war ich die dreifache Zeit des Gewinners gesegelt.

Leider wurde daraus nicht. An der Startlinie hatte ich fünf Minuten vor dem Start eine gute Position. Nach dem Startsignal benötigte ich drei Anläufe, d.h. Wenden, die Linie zu überqueren. Die Schiedsrichter riefen voll Freude: „Jetzt ist sie drüber.“ Der zweite Vorstand wartete extra mit seinem super schnellen Trimaran auf mich, bis ich die Startlinie erreichte. Das war richtig nett von ihm. Danke! Dann zischte der Trimaran ab und ich trödelte mit Abstand dem Feld hinterher. Wenige hundert Meter vor mir war eine Viko 26 mit ähnlichen Ausmaßen wie die Shadow.

 

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Zu der zweiten Tonne schwamm ein Badegast mit der Shadow um die Wette. Maria und Josef rasten mit dem Motorboot herbei und verwiesen ihn der Regattabahn.

Der Erstplatzierte im Laser (Boot) überholte mich alsbald. Ich schloss die erste der zwei Runden ab. Leider schlief der Wind ein. Die Segel hingen auf der Seite des Bootes, auf die ich mich setzte. Mit einem kleinen (auf Regatta verbotenen) Motorschub als Hilfe umrundete ich die erste der drei Wendemarken. Dahinter stand die Shadow eine gefühlte Ewigkeit auf dem See. Die Clubkameraden räumten im Hafen bereits ihre Schiffe auf und badeten vor den Stegen. Ich wartete zehn Minuten, ob der Wind zurückkommt. Vergeblich.

Also gab ich meine Teilnahme an der Regatta auf, fuhr mit Motor zum Liegeplatz und lief eilig zu gedeckten Kaffeetafel. Der Club gab für jeden Segler ein Stück Zwetschgen- Kuchen und einen Pott Kaffee aus. Ich lernte diesmal sympathische Seglerinnen kennen. Dafür hat sich die Teilnahme an der Regatta auf jeden Fall gelohnt. Ich gab eine Story zum Besten, wie in Irland der Mast der gemieteten Topper- Jolle abbrach, der irische Segellehrer den Schrottmast im Meer versenkte und mir einen neuen Mast mit dem Motorboot brachte.

Später schwamm ich eine Runde um den Steg 4. Ich wunderte mich sehr, warum ein Jollenkreuzer so flach im Wasser liegt. Zurück auf dem Steg sah ich, dass das Boot komplett voll Regenwasser oder Seewasser gelaufen ist. Da der Vorstand heimgefahren war, schickte ich ihm eine E- Mail, damit er die Eigner informieren kann. Aus dem Motorboot vis a vis der Shadow schöpfte ich mehrere Eimer Regenwasser und brachte die Persenning wieder in die richtige Position.

Abends blieben Uschi (Name geändert), ihr Mann und ich zum Abendessen. Die Terrasse des Club- Heims bietet eine Ausblick über den ganzen südlichen See. Die Erbsensuppe mit Wienerle schmeckte nach dem sportlichen Tag ausgezeichnet. Uschis leckeren Couscous- Salat durfte ich probieren. Mittags hatte mich eine Seglerin mit ihrer selbstgemachten Lasagne versorgt, als ich dem Ehepaar am Tisch Gesellschaft leistete. Ja, essenstechnisch war der Tag ein Erfolg, seglerisch weniger.

Die Sonne versank im wunderschönsten kitschigsten rosa hinter den Birken. Dazu spielte ich ein paar romantische Songs mit der Ukulele.

 

P.S.: Bildrechte bei Josef Schwarz

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