Wie im Urlaub

Zum Glück konnte ich um 14 Uhr Feierabend machen. Schnell düste ich an den Steinberger See. Meine Freundin Steffi und mein Patenkind Robin kamen zu Besuch.

Sonntags hatten Unwetterwarnungen und starker Regen unseren gemeinsamen Ausflug verhindert, heute sorgten die Rekord- Temperaturen für perfektes Badewetter und kinderfreundlich schwachen Wind.

Steffi ist sehr unternehmungslustig und wanderte sogleich vom Segelclub zur Wakeboard- Anlage und zurück, mit Zwischenstopp für einen hausgemachten Maracuja- Limetten- Eistee an der Holzkugel.

Derweilen wollte Robin ausdrücklich OHNE MAMA eine Runde mit mir segeln. Mit den Persenningen durfte er mir heute nicht helfen, da er wegen seiner schwarzen Turnschuhe nur barfuß an Bord durfte. Dafür übernahm Robin bald die Pinne. Ich setzte das Großsegel, Robin hielt Kurs. Das Vorsegel setzte er und barg es später auch ganz selbstständig und eifrig, bequem dank Rollfock- Anlage.

Leider konnten wir nicht parallel zu Steffis Wanderweg zur Holzkugel segeln. Ich wählte einen leicht zu haltenden Halben- Wind- Kurs und Robin steuerte die Shadow auf eine Rote Boje des Badestrands „Südufer“ zu. Er hielt gut den Kurs und hatte gleich ‚raus, dass Pinne und Bug sich gegengleich bewegen.

Wir durchlebten ein angsteeinflößendes Naturerlebnis:

Robin: „Die Gänse schwimmen auf uns zu. Kommen die an Bord?“ Ich: „Nein. Die schwimmen nur vor sich hin. Fahr einfach links an ihnen vorbei.“ Kaum waren wir vorbeigefahren, da drehten der ganze Schwarm Kanadawildgänse mit einer Graugans darunter um und verfolgte uns. Futter erbetteln! Wir fütterten die Vögel nicht und sie ließen von der Verfolgung ab. Wildtiere sollte man dem Gleichgewicht der Natur überlassen, finde ich.

Vor dem Südufer- Strand ließ der Wind nach und ich schaltete den Torqeedo an. Mit einem sanften Windhauch glitt die Shadow am Clubheim vorbei und zurück in ihre Box. Robin konnte kaum erwarten, bis ich alle vier Festmacherleinen belegt hatte, damit er schwimmen darf. Er traute sich, am Stegkopf in das ganz tiefe Wasser zu springen. Ich lief mit ihm vor zum Stegende, zeigte ihm, wo die Leiter ist, allein zurück zur Shadow und klarte auf. Schiff aufräumen ist doof, meinen alle Kinder.

Später wollten wir Steffi am Strand des Segelclubs abholen. Robin war dermaßen enttäuscht, weil seine Mama weg war, dass er lieber auf der Picknick- Decke auf sie warten wollte statt mit mir am zehn Meter entfernten Strand zu schwimmen. Er erzählte mir von der Urlaubsplanung, von Rostock nach Trelleborg mit der Fähre in den Urlaub zu fahren und wußte die Länge der Strecke nach Rostock: 613 km. Gerade wollte ich Salamisticks von der Shadow holen, als Steffi zum Treffpunkt kam. Zu dritt schwammen wir um die Landzunge und Robin zeigte uns seinen Salto- Sprung.

Zum Abschluss des Tages ging es an den Kiosk der Wakeboard- Anlage. Wir bestellten drei Mal Burger mit Pommes und schauten den vorbei flitzenden Wakeboardern zu. Mein Veggieburger war pfiffig mit Mangocurrysoße und roten, frischen Zwiebeln gewürzt und die Pommesmenge war reichlich. Sogar einen Arbeitskollegen von mir trafen wir, der eine Stunde auf seinem Board fuhr.

Steffi sagte treffend: „Wenn man an einem See ist, kommt man sich gleich vor wie im Urlaub!“

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