Segeln mit ’nem Kollegen

Wo kann ich meinen Urlaubstag am besten verbringen? Natürlich auf der Shadow im Segelclub.

Morgens legte ich einen Shoppingtag im benachbarten Schwandorf ein. Spülmittel im Drogeriemarkt und Wein, Bier, Limo und Snacks im Discounter. Minutenlang die Körbe mit Angeboten durchwühlt, aber nichts gebraucht.

Drei Mal musste ich die steile, alte Treppe auf und ab laufen, bis alle Getränke und Snacks auf der Shadow waren. Hätte die komplette Abteilung einladen können. Dann machte ich das Schiff segelklar. Bis es soweit war, standen Wellen mit Schaumkronen in das Hafenbecken, was den Torqeedo und meine Nerven an die Grenzen brachte. Also las ich statt zu segeln zum 20. Mal „Digger Hamburg“ von Stephan Boden. Schon war Zeit zum Mittagessen! In der Clubküche machte ich Wasser heiß und füllte es in die Thermoskanne. An Bord zogen die chinesischen Nudeln und der Tee um die Wette. Der Tee gewann.

Dann ging ich meiner Lieblingsbeschäftigung nach: Auf das türkise Wasser des vollkommen leeren Sees starren. Und nach einer langen Verdauungspause tauchte ich vom Steg in die Fluten. Okay, okay. Ich kletterte in Zeitlupe bibbernd die Badeleiter hinunter und plumpste eher in den See.

Am späten Nachmittag kamen Clubkameraden zum Segeln und ich hatte nette Gesellschaft auf der Terrasse des Seglerheims. Das Paar kam gerade vom Urlaub an der Ostsee zurück, da fand sich gleich ein gemeinsames Thema.

Der Kollege hatte eine SMS geschrieben, als er losfuhr. Ich hatte die Fahrtzeit gut geschätzt und lief gerade zu Fuß zur Schranke, als er anrief und sagte, er wäre an der Schranke. Schnell in das Auto gehüpft und zum Tor gerast.

Nach der inzwischen erprobten Sicherheitseinweisung zu den Themen Festhalten, Winschen, Schuhen und Rettungswestentragepflicht löste ich die Leinen. Nichts passierte, denn der frische Westwind presste die Shadow in ihre Box. Mit Vollgas schoben uns die drei PS aus der Gasse. Der Kollege stellte mir derweilen interessierte Fragen zum Boot, was mich von meinem Gedankenkarrusell zu meinen Manövrierfähigkeiten ablenkte. Über Backbord wollte Shadow nicht drehen, aber über Steuerbord klappte es. Andernfalls hätte ich vorwärts wenden können.

Ich rollte wegen der Böen nur das Vorsegel aus und bald überholte uns eine Neptun. Wir kreutzen vor dem Clubheim hin und her. Dem Kollegen gefiel das und er stellte fest: „Jetzt weiß ich, warum Du in der Arbeit immer so entspannt bist. Das kommt vom Segeln!“ So ist es!

Nach einem reibungslosen Anlegemanöver gingen wir zum gemütlichen Teil über. Ein Bierchen als Anlegeschluck. Dazu servierte ich Salamisticks, Meersalzblätterteigstangen, Oliven, Aprikosen und neu entdeckte spanische Tostados. Das ist Knäckebrot mit pulverisierten Tomaten und Kräutern. Superlecker!

Zum Abschluss lobte der Kollege die Schönheit der Anlage und des Seglerheims. Ja, hier ist der Himmel auf Erden!

 

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