Videoclips von Living with the tide

Während der segelfreien Wintermonate können wir Segler uns klasse die Zeit vertreiben, indem wir Videoclips anderer Segler anschauen. Ich stelle Euch insgesamt sechs Segelkanäle vor, die Ihr kostenlos auf Youtube anschauen könnt und gleich nebenbei Euer Englisch aufpolieren könnt. Lest einfach an jedem ersten Sonntag des Monats meinen Blog.

Zwei englische, zwei deutsche und zwei amerikanische Crews stehen auf dem Programm. Sailing La Vagabonde und SV Delos werden nicht dabei sein, die kennt jeder. Wie üblich übernehme ich keinerlei Haftung für andere Websites und deren Inhalte.

Gemeinsamkeiten der Videoclips: Alle Segelboote sind bezahlbar, um die 30 Fuß groß und werden von einem Paar gesegelt. Die Routen laden zum Nachmachen ein.

Hier der mit Abstand humorvollste Segelkanal- sofern man englischen Humor versteht.

Living with the tide

Die Crew

Die Engländerin Paige und ihr Freund Mat segelten in ihrer ersten Saison einmal Atlantik rund. Lieblingssatz von Paige: „Oh no, Matthew!“ Paige nimmt alle verrückten Aktionen und Missgeschicke mit unglaublich viel Humor. Andernfalls hätte sie von Bord gehen müssen. Beispiel: Schaut mal die erste Minute von Folge 12 „Sailing the Spanish Rias“ an.

Noch mehr Spaß bringen die Väter alias „The Dads“ in das Geschehen, die Teilstrecken in Frankreich und auf den Kanaren mit segeln.

Für die Atlantiküberquerung von den Kanaren über die Kapverden in die Karibik (Barbados) wird das Paar von den zwei kamera- scheuen, dänischen (?) Seglern Malou und Mike und dem Engländer Tom unterstützt. In der Karibik bleibt der perfekte Spielkamerad für Mat, nämlich „Tom from London“, lange weiter an Bord.

Das Schiff

„Nova“ ist eine Contest 41, mit 12,50 Meter Länge eine komfortable Fahrtenjacht. Die beiden Segelfans kauften das Boot im Dezember und segelten im Mai des Folgejahres los. An den Wochenenden renovierten die beiden das Boot vom Baujahr 1989.

Der Kiel hat eine interessante „Flügelform“, die ich so noch nie gesehen habe, also mit Bleiflügel unten. Ganz sicherheitsbewusst das „skeg-hung rudder“, also eine Pinne mit Vorbau, falls etwas gerammt wird. Das modernisierte Kutterrigg lässt sich komplett vom Cockpit aus bedienen. Das Großsegel wird in den Mast eingerollt und dieses vieldiskutierte „Rollgroß“ war nie ein Problemthema in den Videos. Zum großen Vorsegel „Genua“ dazu wurde eine Fock am Kutterstag fest installiert. Gut bei starken Wind, denn es müssen keine Segel gewechselt werden. Was auf der Kittiwake gespart wurde, ist hier gleich mehrfach vorhanden. Zwei festeingebaute Funkgeräte (mit unterschiedlichen Frequenzen) und nicht nur ein sondern gleich zwei Handfunken. Sympathisch finde ich, dass Mat sich nicht auf I- Pads verlässt, sondern ganz traditionell Papierkarten und Hafenhandbücher mitführt. Die EPIRB ist direkt am Niedergang an der Wand festgeschraubt, eine sinnvolle Stelle. Sicherheit wird sowieso groß geschrieben. Sogar an eine Leine im Cockpit ist gedacht, damit Paige den über Bord gegangenen Mat im Notfall hoch winschen könnte. Die Hydrovane- Wind- Selbststeueranlage kommt in den Videos selten zum Einsatz, wäre bei Ruderbruch jedoch als Not- Ruder einsetzbar.

Mit Mikrowelle- kurioser Ausrüstungsgegenstand, Fernseher und DVD- Sammlung fühlen sich die Engländer wie zu Hause.

Nova wurde am Ende der Saison 1 verkauft und gegen die Schönheit „Morna“, einen Traditionssegler aus Holz von der Werft Dickies im schottischen Tarbert von 1920, „eingetauscht“. Die Basis für das Kojenchartergeschäft der kommenden Saison 2.

Die Route

Von der schottischen Insel Mull geht die Reise durch Schottland, durch die Biskaya, nach Spanien, Madeira, die Kanaren, die Kapverden, bis Antigua und zurück.

Die Reise der Nova endet filmtechnisch gesehen auf Antigua. Der harte Rückweg über den Nordatlantik und die Azoren nach England wurde nicht verfilmt oder veröffentlicht.

Die Videoclips

Insgesamt wurden 51 Vlogs (Videotagebücher) zur ersten Saison veröffentlicht. Die Live- Sessions und einige wenige Technik – Themen (Windsteueranlage Hydrovane, Ankerwinsch Wartung) nicht mitgezählt. Jede Folge dauert zirka 15 Minuten. Aktuell werden keine neuen Clips veröffentlicht, weil die Nachfolgerin Morna renoviert wird.

Besonders nach meinem Geschmack sind die Folgen 1-7, die alle in Schottland „spielen“. Wirklich etwas anderes als dieser Einheitsbrei von Palmenstrand- Videos. Folge 6 dürfte einer der wenigen Segel- Videoclips überhaupt zum Crinan Canal sein. In Folge 8 werden die abgelegen englischen Scilly Islands erreicht und zu Fuß erkundet. Kaum Touristen dort, dafür Palmengärten. Link zu Folge 6: Crinan Canal

Die Folgen auf den Kanaren finde ich dagegen etwas langweilig, da geschützte Ankerbuchten gesucht werden und das übliche Touriprogramm wie Kamelreiten abgespult wird. Genauso verschwimmen die Folgen auf den Karibischen Inseln ineinander. Die Clips zu den Tauchgängen waren für mich als Schnorchler nichtssagend.

Heraus sticht die Folge 11, in der mit den „Dads“ und nervöser Begeisterung erst der Ärmelkanal bezwungen wird und gleich noch die Biskaya. Link zur Folge 11: Crossing Bay of Biscay

Welcher Segler träumt nicht von einer Atlantiküberquerung? In den Folgen 39 und 40 scheint das alles leicht und luftig zu funktionieren. Die Crew und der Skipper scheinen viel Spaß zu haben. Selbstgefangener Fisch wird im Ofen gebacken, auf Fendern hinter dem Boot her geritten. (Ich selbst war nach sechs Tagen Atlantiktörn total fertig und fand jede Bewegung an Bord anstrengend.)

Paige spricht oft in die Kamera und nimmt den Zuschauer so mit in das Geschehen. Dadurch bleibt man informiert, wo die Nova gerade ankert oder segelt und was geschieht. Kreativ in den Videos sind die paar Sekunden „Cliff Hanger“, die vor dem eigentlichen Vorspann immer einen Gag aus der Folge zeigen. Da will man gleich weiterschauen. Die schottische Musik im Intro hat einen hohen Wiedererkennungswerten gegenüber anderen Segelkanälen mit Popsong- Intros.

Fasziniert war ich davon, wie liebevoll und neckisch Paige und Mat auf der ganzen Reise miteinander umgehen. Selbst Kritik am Partner wird positiv kommuniziert. Gleichzeitig kommen beide ganz authentisch herüber und nicht gekünstelt, wie z.B. SY Hilma. Mit Grauen habe ich zugeschaut, wenn Mat „kocht“. Entweder Huhn mit Fertigsoße oder Tacos mit Käse als Hauptgericht. „Strange“!

Die Filme bieten genau die richtige Mischung aus Segeln und Erlebnissen an Land, wobei der Schwerpunkt deutlich auf dem Leben an Bord liegt.

Fazit: Schöne Unterhaltung auf mittleren Niveau!

Homepage

Zu neuem Boot Morna kann man auf der Homepage T- Shirts, Pullover und Tassen kaufen. Die sporadischen Blog- Einträge geben den selben Inhalt wieder, der auch auf den Videos zu sehen ist. Die Lektüre kann man sich schenken.

Tide Homepage

Viel Spaß beim Lachen!

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