Buchkritik: „Das Brombeerzimmer“

Für die segelfreie Saison von November bis März bleibe ich meinem Blogmotto „Segeln- Brombachsee- OSTSEE“ treu. An jedem ersten Samstag des Monats stelle ich Euch einen Roman vor, der an der Ostsee spielt.

An den Weihnachtsfeiertagen habe ich einen vermeintlichen Ostseeroman gelesen:

„Das Brombeer Zimmer“ von Anne Töpfer

ISBN: 978-3-548-61317-8 erschienen im List- Verlag

Worum geht es?  

Hier die Zusammenfassung der nicht vorhandenen Handlung im Stil der „Herzblatt“- Sendungen der 1990er- Jahre mit Rudi Carrell:

„Dumme Nora, nun musst Du Dich entscheiden:

  1. Nimmst Du den durchtrainierten Polizisten, der lieber unverbindliche SMS schreibt statt Dich anzurufen ?
  2. Oder den Architekten mit den tollen Wuschelhaaren, der so schöne Handtuchhalter in seinem Bad hat ?
  3. Oder weinst Du bis zum Lebensende Julian nach, der bei den Engeln Harfe spielt ?“

Ohne zu viel zu verraten: Nora entscheidet sich überhaupt nicht. Stattdessen geht sie Kuchen essen, in die Sauna und kocht Marmelade. Pläne für Marmeladenfabriken oder ein eigenes Cafe werden geschmiedet- und fallen gelassen.

Nora

Die „Heldin“ wird ihrem Nachnamen „Kluge“ nicht gerecht, sondern ist ein naives Dummchen, das gerne rot im Gesicht wird. So bleibt sie konsequent bis zum Romanende. Ihre Freundinnen Mandy und Katharina tauchen zwar laufend auf, bleiben dem Leser aber fremd. Nur, ob jemand den Uniabschluss hat oder nicht, scheint wichtig. Warum eigentlich ?

Wie hat es mir gefallen? 

Gar nicht. Ich frage mich, ob die Autorin wirklich an der Ostsee war. Zitat: „Wir fahren zwischen den Feldern entlang. Für Menschen mit schwachen Blasen ist der Weg wohl eher ungeeignet. Es holpert ganz fürchterlich (…)“ Oder ihre Beschreibung vom Strand in Zingst: „Links am Wasser entlang geht es nach Prerow und schließlich nach Ahrenshoop, rechts, zum östlichen Zipfel der Insel, geht es nach Pramort.“ Genau, dank Google Maps kann jeder Ostsee- Romane schreiben.

Die einzigen Lichtblicke in dem Buch sind die fehlerfreie Rechtschreibung und der Ausbruch von Großtante Klara aus dem Pflegeheim.

Fazit: Das Geld kann man sich schenken. Kauft irgendein anderes Buch. Jedes ist besser als dieses, außer „Der Heiler“.

1 von 5 Seesternen

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