Der Perkolator

Der PERKOLATOR.

Klingt wie ein Kampfroboter oder Superheld. Ist aber eine Kaffeemaschine ohne Strom, also für meinen Spirituskocher auf der Shadow oder auch den gruseligen Gasherd auf Eurem Boot. Habe ungehend das Lateinlexikon befragt, was wohl „percolare“ bedeutet. Ganz einfach: Filtern oder seihen.

Jens schenkte mir diesen „Coffeemaker“ für Leute mit Zeit zu Weihnachten.  Sobald gemahlener Kaffee im Haus war, probierte ich das Teil aus. Ich habe den Perkomax von Petromax (schöner Zungenbrecher) bekommen.

Es handelt sich dabei um eine emaillierte Kanne mit separaten Deckel, in der ein Filter auf einer Art Aluminium- Fuß steht. Passend zum lateinischen Begriff „Filtern“.

Das Vorgehen ist simpel: Man füllt die Kanne mit 1,5 Liter kalten Wasser (der Filter bleibt trocken). Stellt den Fuß in die Kanne. Steckt den Filter auf den Fuß. Füllt 12 gehäufte Teelöffel Kaffee in den Filter und verschließt diesen mit Filterdeckel und alles mit dem Kannendeckel. Topflappen für den Griff bereitlegen. Dauer 2-3 Minuten.

Der Petromax eignet sich für alle Herdarten und sogar offenes Feuer. So konnte ich auf dem Ceranherd Probe kochen (statt die Shadow im Winterlager zu besuchen).

Ganz vorsichtig begann ich die Platte bei 3 von 9 Stufen zu erhitzen. Und wartete fünf Minuten. Nachdem nichts geschah, außer dass die Platte die Farbe Rot zeigte, drehte ich auf Stufe 7 hoch. So ist es besser. Nach weiteren fünf Minuten Wartezeit begann das Wasser zu brodeln.

Damit nichts überkocht drehte ich auf Stufe 1 herunter und ließ die Mindestkochdauer von 8 Minuten verstreichen. Der gelbliche Probeausschank erinnerte mich an abgestandenes Wasser in einer Gießkanne. Definitiv kein Kaffee.

Also den Herd auf Stufe 3 eingestellt und das Wasser zum Sprudeln gebracht.

Ich schlussfolgere, dass nur der Wasserdampf von kräftig kochenden Wasser den Petromax zum Kaffeemachen bringt. Leichtes Blubbern reicht nicht.

Weitere 4 Minuten bis zum Erreichen der Maximalkochzeit von 12 Minuten. Die Küche duftet lecker nach Kaffee. Das Gebräu sieht inzwischen passabel dunkelbraun nach Kaffee aus. Und schmecken tut es mir auch. Ein milder Cowboy- Kaffee, der noch eine Stunde nach dem Aufbrühen in der aufgeheizten Kanne angenehm warm bleibt.

Endlich, nach 26 Minuten, kann das Frühstück beginnen! Mahlzeit!

Nach jeder getrunkenen Tasse haben wir Riesenspaß dabei, im Bodensatz auf dem Grund der Tasse die Zukunft zu lesen. Ich erkenne eine schlafende Katze, Jens einen Schwamm. Was das für uns bedeuten wird?

P.S. Schaffe es inzwischen in einer guten Viertelstunde Kaffee im Perkomax zu kochen und bin mit dem Teil zufrieden.

Ein Gedanke zu “Der Perkolator

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